{"id":25,"date":"2016-07-20T12:43:52","date_gmt":"2016-07-20T10:43:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.timos-blog.de\/?p=25"},"modified":"2021-11-22T14:35:44","modified_gmt":"2021-11-22T13:35:44","slug":"tag-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/2016\/07\/20\/tag-2\/","title":{"rendered":"Tag 2"},"content":{"rendered":"<h3>Montag 13. November 1916<\/h3>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, als Jasmin aufstand und aus dem Fenster schaute, war der Himmel mit grauen Wolken bedeckt und es tr\u00f6pfelte leicht. Auch das Meer war viel aufgew\u00fchlter, als bei der Abfahrt. Ein starker Wind wehte und lie\u00df die Wellen, schon bei der Entstehung brechen. Sie kultivierte sich im Bad und schl\u00fcpfte gerade in Ihre Schwesterngarderobe, als es pl\u00f6tzlich an der T\u00fcr klopfte. &gt;&gt;Einen Moment bitte!&lt;&lt; ,rief Stroud aus und versuchte sich zu beeilen.<br \/>\nAls Sie die T\u00fcr \u00f6ffnete, stand der schneidige und immer gut aussehende Offizier William Laws davor, mit einem kleinen Papierstapel in der Hand. Sie wusste sofort, dass dies die Mannschafts- und Frachtlisten waren, um die Sie gebeten hatte.<br \/>\n&gt;&gt;Guten Morgen Mister Laws. Ich hoffe, ich habe Ihnen keine Umst\u00e4nde bereitet?&lt;&lt; ,fragte Sie nach. &gt;&gt;Keines Wegs Ma&#8217;am und w\u00fcnsche Ihnen ebenfalls einen guten Morgen. Ich war sowieso gerade auf dem Weg zur Br\u00fccke und wollte Sie nur schnell vorbei bringen.&lt;&lt; ,antwortete er.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>William hatte dunkel braune Augen, in denen man sich sofort verlieren konnte. Unter seiner Adretten und ma\u00dfgeschneiderten, schwarzen Uniform erkannte man einen starken, athletischen K\u00f6rper. Seine feste Stimme und das Raben schwarze Haar, brachten die Agentin zum dahin schmelzen. &gt;&gt;Es ist mir eine Ehre Sie endlich pers\u00f6nlich kennenzulernen.&lt;&lt; ,antwortete Sie und streckte Ihre Hand, ihm entgegen: &gt;&gt;Wollen Sie nicht herein kommen und sich f\u00fcr einen Moment setzten?&lt;&lt; ,erwiderte Sie. Jasmin sp\u00fcrte sofort, wie Ihre Wagen, rot wurden.<br \/>\nDer Offizier setzte seine M\u00fctze ab und gab Ihr einen leichten Handkuss: &gt;&gt;Die Ehre ist ganz auf meiner Seite Miss Stroud. Ich w\u00fcrde zwar gerne bleiben, aber leider habe ich viel zu tun, ein andermal vielleicht.&lt;&lt; ,antwortete er sympathisch.<br \/>\n&gt;&gt;Ich habe die Listen f\u00fcr Sie nach Alphabet und R\u00e4ngen geordnet, damit Sie es etwas leichter haben.&lt;&lt; ,f\u00fcgte er hinzu.<br \/>\n&gt;&gt;Vielen Dank! Ich hatte eigentlich nicht so fr\u00fch damit gerechnet.&lt;&lt; ,offenbarte sie Ihm und lachte sch\u00fcchtern.<br \/>\n&gt;&gt;Ich werde sp\u00e4ter kaum die Gelegenheit haben, Sie Ihnen vorbei zu bringen, deshalb habe ich mir gedacht, ich komme am besten gleich vorbei, bevor ich es sp\u00e4ter vergesse.&lt;&lt; ,grinste er leicht.<br \/>\nNachdem der charmante Offizier, wieder gegangen war und die T\u00fcr ins Schloss gefallen ist, \u00fcberflog Sie die Listen, ob Sie auch ordnungsgem\u00e4\u00df ausgef\u00fcllt waren. 1062 M\u00e4nner und Frauen verrichteten jeden Tag an Bord Ihre Arbeiten. <em>&#8211; Wie in Gottes Namen, sollte in dieser Menschenmenge, ein Spion herausgefischt werden?- <\/em>Und die n\u00e4chste Frage, die sich Jasmin stellte, war:<em> -Weshalb ist er an Bord? &#8211;<\/em><br \/>\nSogleich nahm Stroud ihre schwarze Handtasche, in der Sie die Listen verstaute, und ging damit zur Oberschwester.<br \/>\nAuf Deck E angekommen, lief Sie mehrere enge Korridore entlang und stand pl\u00f6tzlich wieder in einer Sackgasse. <em>&#8211; Verdammter Mist! Schon wieder verlaufen. Dieses Schiff macht mich noch Irre. Vielleicht h\u00e4tte ich links laufen m\u00fcssen?-<\/em> dachte Sie sich und kehrte wieder um. Erst ein freundlicher Arzt, brachte Sie zur richtigen T\u00fcr.<br \/>\n&gt;&gt;Guten Morgen!&lt;&lt; ,sagte Jasmin, als Sie in den Aufenthaltsraum der Krankenschwestern eintrat. Das Schwesternzimmer war breit und lang, reihenweise standen Tische und St\u00fchle versetzt nebeneinander und leere Kaffeebecher waren verteilt, auf den Tischen zu sehen. Fenster hatte dieser Raum leider nicht, den er war ziemlich mittig, auf dem Deck platziert. Daf\u00fcr war das Zimmer, mit vielen Lampen und Bildern von babylonischen G\u00e4rten ausgestattet worden, um zumindest ein wenig die Stimmung zu lockern. Zu alledem stellte Jasmin mit gro\u00dfer Freude fest, dass es nach frische, gebr\u00fchten Kaffee duftete.<br \/>\n&gt;&gt;Einen guten Morgen w\u00fcnsche ich Ihnen ebenfalls Miss&#8230;?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;&#8230;Stroud! Jasmin Stroud!&lt;&lt; ,antwortete die Agentin.<br \/>\n&gt;&gt;Stroud? Sind Sie nicht die neue Krankenschwester? Sie sind 8 Minuten zu sp\u00e4t! Ihre Kolleginnen sind schon flei\u00dfig an der Arbeit, nur Sie nicht. Haben Sie etwas zu Ihrer Verteidigung zu sagen?&lt;&lt; ,sagte Jessop zornig und schaute auf Ihre silberne Taschenuhr.<br \/>\n&gt;&gt;Es tut mir leid, aber ich habe mich in den vielen G\u00e4ngen verlaufen gehabt. Ich fande nur schwer zur\u00fcck.&lt;&lt; ,antwortete Jasmin und spielte Ihre Rolle.<br \/>\n&gt;&gt;Nun gut. Ich werde heute \u00fcber dieses Missgeschick hinweg sehen, aber Morgen bitte p\u00fcnktlich.&lt;&lt; ,erkl\u00e4rte Violet, w\u00e4hrend Stroud ohne Z\u00f6gern nickte.<br \/>\n&gt;&gt;Ihre heutige Aufgabe wird sein, das Operationsbesteck aus den Kisten zu nehmen, gut zu desinfizieren und sorgf\u00e4ltig, in die Regalen zu verstauen. Es wird im Moment noch nicht gebraucht, aber auf jeden Fall, wenn wir in Griechenland angekommen sind.&lt;&lt; ,fuhr Violet fort.<br \/>\n&gt;&gt;Verzeihung! Aber ich bin aus einem ganz anderen Grund hier.&lt;&lt; ,meinte die Agentin.<br \/>\n&gt;&gt;Wovon reden Sie da? Aus welchem Grund sind Sie sonst hier?&lt;&lt; ,fragte Jessop m\u00fcrrisch.<br \/>\nJasmin kam n\u00e4her an den Tisch heran, der voll mit Papierstapeln und Kaffeeflecken war. <em>&#8211; Zum Gl\u00fcck sind die Krankenschwestern und \u00c4rzte gerade besch\u00e4ftigt und nicht anwesend &#8211;<\/em>, dachte Jasmin und sprach weiter: &gt;&gt;Ich m\u00fcsste etwas sehr wichtiges mit Ihnen besprechen und ich hoffe, Sie k\u00f6nnen mir dabei helfen.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Um was handelt es sich den?&lt;&lt; ,fragte Violet skeptisch nach.<br \/>\nWie beim letzten Mal holte Jasmin wieder Ihre Dienstmarke aus der Tasche: &gt;&gt;Ich arbeite als Agentin f\u00fcr den SIS und habe den Verdacht, dass sich auf der Britannic, ein deutscher Spion aufh\u00e4lt.&lt;&lt; ,erz\u00e4hlte Sie Ihr.<br \/>\nViolet musste ein Lachen unterdr\u00fccken: &gt;&gt;Das ist doch ein Aprilscherz oder?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ganz im Gegenteil Miss Jessop! Die Lage ist sehr ernst und besonders heikel. Au\u00dferdem haben wir November.&lt;&lt; ,sagte Stroud beherzt.<br \/>\n&gt;&gt;Sie meinen das wirklich ernst? Ist er gef\u00e4hrlich?&lt;&lt; ,fragte Jessop nach.<br \/>\n&gt;&gt;Vermutlich. Was er allerdings vorhat, versuche ich erst herauszufinden. Deshalb bin ich zu Ihnen gekommen, um Sie um Ihre, Unterst\u00fctzung und Verschwiegenheit zu bitten.&lt;&lt; ,antwortete Jasmin ernst.<br \/>\n&gt;&gt;Ich verstehe, und werde mein m\u00f6glichstes tun, um ihnen zu helfen.&lt;&lt; ,\u00e4u\u00dferte sich die Oberschwester und nickte dabei.<br \/>\n&gt;&gt;Gut das zu h\u00f6ren. D\u00fcrfte ich Ihnen auch einige Fragen stellen, wenn es Ihnen nichts aus macht?&lt;&lt; ,fragte Jasmin und holte einen Block und einen Stift aus der Tasche.<br \/>\n&gt;&gt;Nur zu.&lt;&lt; ,nickte Violet und machte es sich\u00a0auf\u00a0Ihrem Stuhl gem\u00fctlich.<br \/>\nJasmin setzte sich dazu und legte Ihre Schreibutensilien auf den einfachen Holztisch:<br \/>\n&gt;&gt;Wie lautet Ihr ganzer Name? Und wo sind Sie geboren?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ich hei\u00dfe Violet Constance Jessop. Ich bin bei Blanca, in Argentinien geboren.&lt;&lt; ,erwiderte die Oberschwester.<br \/>\n&gt;&gt;Wie alt sind Sie? Und wann sind Sie geboren?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ich bin 29 Jahre alt und wurde am 2. Oktober 1887 zur Welt gebracht.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Wie hei\u00dfen Ihre Eltern?&lt;&lt; ,fragte Stroud weiter.<br \/>\n&gt;&gt;William und Katherine Jessop.&lt;&lt; ,entgegnete Violet verstimmt und sagte anschlie\u00dfend sarkastisch: &gt;&gt;Ich habe noch sechs Geschwister, wollen Sie deren Namen auch alle wissen? Oder die meiner Tanten und Onkel noch?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Nein Danke, das ist nicht n\u00f6tig. Sind Sie verheiratet?&lt;&lt; ,wollte Jasmin wissen.<br \/>\n&gt;&gt;Diese Fragen werden mir langsam zu pers\u00f6nlich, das geht Sie gar nichts an.&lt;&lt; ,\u00e4u\u00dferte Jessop verstimmt.<br \/>\n&gt;&gt;Entschuldigung! Ich wollte nicht respektlos erscheinen. Ich werde mit anderen Fragen weiter machen. Wie lange arbeiten Sie schon als Krankenschwester?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Seit 1914 mit beginn des Krieges an.&lt;&lt; ,erz\u00e4hlte die Oberschwester.<br \/>\n&gt;&gt;Was haben Sie zuvor gemacht?&lt;&lt; ,formulierte die Agentin die n\u00e4chste Frage.<br \/>\n&gt;&gt;Ich war seit 1910 bei White Star Line angestellt als Stewardess.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Auf wie vielen Schiffen haben Sie schon gearbeitet? Dazu die Namen der Schiffe und Arbeitsdauer bitte.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Na h\u00f6ren Sie mal! Wird das hier ein Verh\u00f6r? Ich bin sicherlich kein deutscher Spion!&lt;&lt; ,sagte Violet sichtlich ver\u00e4rgert.<br \/>\n&gt;&gt;Es tut mir leid Ms. Jessop, aber ich muss Ihnen leider diese unangenehmen und vielen Fragen stellen. Es geh\u00f6rt zu meinem Beruf dazu, reine Routine.&lt;&lt;<br \/>\nViolet seufzte schwer:&gt;&gt;Also sch\u00f6n. Bis jetzt war ich auf drei Schiffen angestellt, die alle der White Star Line Reederei geh\u00f6rten. Der Olympic, der Titanic und nun auf der Britannic. Auf der Olympic war ich 1911 und nur kurze Zeit t\u00e4tig, den Sie stie\u00df mit dem Kreuzer Hawk zusammen und musste hinsichtlich, der schweren Sch\u00e4den, wieder zur\u00fcck zur Werft.<br \/>\nSieben Monate sp\u00e4ter hab ich dann auf der Titanic wieder als Stewardess angeheuert und wurde auch sofort genommen. Jedoch endete die Jungfernfahrt, leider in einer schweren Katastrophe, als das Schiff mit einem Eisberg kollidierte.&lt;&lt; ,erz\u00e4hlte die Oberschwester deprimiert und versuchte trotzdem weiter zu berichten: &gt;&gt;Das werden Sie sicherlich mitbekommen haben. Alle Zeitungen der Welt waren damit voll gepflastert. Eingepfercht, durchn\u00e4sst und halb erfroren, trieben wir stundenlang in einem kleinen Rettungsboot auf dem Atlantik umher. Erst in der Morgend\u00e4mmerung traf die RMS Carpathia ein und nahm uns an Bord.&lt;&lt; ,erz\u00e4hlte Violet schwerm\u00fctig.<br \/>\n&gt;&gt;Ich habe davon erfahren! Leider zu gut f\u00fcrchte ich.&lt;&lt; ,erwiderte Jasmin ebenfalls traurig. &gt;&gt;Das Titanic-Ungl\u00fcck hat auch mich schwer getroffen. Mein \u00e4lterer Bruder hat dort in der 2. Klasse als Kellner gearbeitet, aber er kam leider nie zur\u00fcck.&lt;&lt; ,antwortete auch Sie schweren Herzens.<\/p>\n<p>&gt;&gt;&gt;Oh das tut mir Leid!&lt;&lt; ,entgegnete ihr Violet und fuhr fort: &gt;&gt;Und nun bin ich auf dem n\u00e4chsten Schiff der White Star Line und bereit f\u00fcr weitere aufregende Abenteuer.&lt;&lt; ,sagte die Oberschwester gelassen.<br \/>\n&gt;&gt;Sie m\u00fcssen schon eine Menge Gl\u00fccksbringer dabei gehabt haben, um solche Havarien zu \u00fcberleben. An Ihrer Stelle w\u00fcrde ich keinen Zentimeter mehr auf irgendein Schiff setzen. Pechstr\u00e4hne kann man das gar nicht mehr nennen.&lt;&lt; ,antwortete Jasmin am\u00fcsiert.<br \/>\n&gt;&gt;Ich sehe es Positiv. Mehr Schiffe in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung, besitzt die Reederei nicht und ich denke auch nicht, dass die Britannic so schnell sinken wird, schlie\u00dflich gibt es jetzt bessere Sicherheitsvorkehrungen und gen\u00fcgend Rettungsboote.&lt;&lt; ,lachte auch Violet.<br \/>\nJasmin griff nochmals in die Tasche und holte nun die Mannschaftslisten hervor, sie legte Sie auf den Tisch und zeigte mit dem Finger darauf: &gt;&gt;Sie kennen doch bestimmt die meisten Leute auf diesem Schiff? K\u00f6nnen Sie mir sagen, wer von Ihnen Deutscher ist?&lt;&lt; ,fragte Stroud zus\u00e4tzlich. Die Oberschwester kratzte sich am Kopf und \u00fcberlegte scharf: &gt;&gt;Puhh&#8230;Sie stellen mir vielleicht Fragen. Unser Pater Tramonti kommt aus Italien, ein Zahnarzt kommt aus Schweden und einer der Chirurgen, der obendrein noch gut aussieht, kommt aus Frankreich. Der Chef Ingenieur kommt sicher von Deutschland, er hat n\u00e4mlich Bilder von Berlin in seiner Kabine. Ich musste ihn einmal wegen einer Verbrennung in seinem Quartier behandeln.&lt;&lt; ,\u00e4u\u00dferte Jessop und zeigte auf die Namen.<br \/>\n&gt;&gt;Ein weiterer deutscher arbeitet in der Leichenhalle oder war das ein \u00d6sterreicher? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber \u00fcberpr\u00fcfen sollten Sie ihn trotzdem. Dieser Mann war mir schon immer unheimlich gewesen. In der K\u00fcche m\u00fcsste es auch einen deutschen Koch geben und einige \u00c4rzte m\u00fcssten es auch sein. Bei den Heizern und Trimmern kenne ich niemanden und von den h\u00f6heren Offizieren, gibt es soweit ich wei\u00df keinen.&lt;&lt; ,quasselte Jessop wie ein Wasserfall los.<br \/>\nDie flei\u00dfige Agentin, notierte sich alles ganz genau und konnte zumindest ein wenig, die lange Liste der Spione eingrenzen: &gt;&gt;Ich danke Ihnen Miss Jessop, Sie haben mir sehr geholfen. Ich werde nun&#8230;&lt;&lt;<br \/>\nSchwester Mattison die Jasmin bereits kurz kennengelernt hatte, kam pl\u00f6tzlich herein:<br \/>\n&gt;&gt;Fr\u00e4ulein Oberschwester! Die Betten auf Deck F sind fertig \u00fcberzogen und die R\u00e4ume gel\u00fcftet, sollen wir hier auf Deck E weitermachen?&lt;&lt; ,fragte Sie nach.<br \/>\n&gt;&gt;Ja unbedingt! Wir m\u00fcssen uns beeilen! Wenn wir in den Hafen von Neapel einlaufen, m\u00fcssen s\u00e4mtliche Betten auf allen Decks \u00fcberzogen sein. Nehmen Sie Schwester Stroud mit, Sie wird Euch unterst\u00fctzen.&lt;&lt; ,erwiderte Jessop.<br \/>\n&gt;&gt;Aber&#8230;ich muss!.. Ich meine! Ich habe doch schon eine andere Aufgabe.&lt;&lt; ,antwortete Jasmin ahnungslos. Wie sollte Sie beide Rollen als Krankenschwester und Agentin zusammen wahrnehmen, wenn es in beiden Jobs eine Menge Arbeit gab?<br \/>\nMattison streckte Ihre Hand der Agentin entgegen: &gt;&gt;Freut mich Sie kennenzulernen, Schwester Stroud! Wir sind uns schon mal kurz begegnet.&lt;&lt; ,meinte die junge Frau freundlich.<br \/>\nJasmin erwiderte die Begr\u00fc\u00dfung und griff nach der zierlichen Hand: &gt;&gt;Ich kann mich daran erinnern. Es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen, Schwester Mattison.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ich werde Sie in unsere Arbeit an Bord einf\u00fchren und Ihnen alles wichtige Zeigen.&lt;&lt; ,antwortete Sie.<br \/>\nBis Mittag war auf dem Schiff eine Menge zu tun, massig viele und gro\u00dfe S\u00e4cke voll Bettlaken, mussten \u00fcber die Decks geschleppt und entleert werden. Starke, flei\u00dfige Matrosen, halfen in Ihrer Freizeit tatkr\u00e4ftig mit. Solch harte Arbeit, war Jasmin schon lange nicht mehr gew\u00f6hnt. In London besa\u00df Sie ein ger\u00e4umiges B\u00fcro und hatte noch nie, solch schwere S\u00e4cke schleppen m\u00fcssen. Die Aufgabe von Jessop , dass OP Besteck zu s\u00e4ubern geh\u00f6rte zu Ihren zus\u00e4tzlichen Auftr\u00e4gen, w\u00e4hrend andere Schwestern die S\u00e4le schrubbten.<br \/>\nStroud war \u00e4u\u00dferst froh, als es Mittagessen gab. Dreiundvierzig Betten waren ihr auferlegt worden, die Sie beziehen musste und ungef\u00e4hr genauso viele S\u00e4cke hatte Sie schleppen m\u00fcssen. Aber die Agentin war nicht allein, alle anderen Krankenschwestern waren gezwungen, mindestens die gleiche Anzahl zu schaffen.<br \/>\nDie Mittagsmahlzeit bestand aus einer einfachen gegrillten Makrele, mit Salz Kartoffeln und dazu, eine gro\u00dfe Auswahl an Schorlen.<br \/>\nAls sich aber Stroud an den Tisch setzte und dem Fisch in die milchigen Augen sah, dar\u00fcber hinaus noch den komischen Geruch ertragen musste, wurde Ihr sofort schlecht und rannte so schnell Sie konnte zur n\u00e4chsten Toilette. Sie musste sich gl\u00fccklicherweise nicht \u00fcbergeben, jedoch hob es Jasmin ein paar Mal kr\u00e4ftig an und Sie hielt sich Ihre Hand vor den Mund. Ein Anflug von Seekrankheit hatte die Agentin heftig erwischt. Nachdem es Ihr etwas besser ging, nahm die Agentin einige aufbauende, Schluck Wasser aus dem Wasserhahn und ruhte sich f\u00fcr einen Augenblick aus.<br \/>\nStroud war froh, als Violet Sie mit einem Augenzwinkern, nach dem Mittagessen weg rief: &gt;&gt;Schwester Stroud! Ein Offizier hat sich die Hand verletzt, w\u00fcrden Sie mal nach ihm sehen und einen Verband anlegen?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Selbstverst\u00e4ndlich Fr\u00e4ulein Oberschwester!&lt;&lt; ,sagte Jasmin und stahl sich davon.<br \/>\nNun musste Sie dringend den Captain aufsuchen, um ihn \u00fcber ihre Ermittlungen auf dem laufenden zu halten. Bartlett bat die junge Frau, wieder in seine Kabine: &gt;&gt;Haben Sie sich an Bord gut eingelebt?&lt;&lt; ,fragte Bartlett zur Begr\u00fc\u00dfung.<br \/>\n&gt;&gt;Allerdings! Seit heute Morgen arbeite ich als richtige Krankenschwester. Es gibt eine Menge zu tun, langweilig wird es nicht.&lt;&lt; ,sagte Jasmin ersch\u00f6pft.<br \/>\n&gt;&gt;Das glaube ich Ihnen gerne.&lt;&lt; ,schmunzelte der Captain und f\u00fcgte hinzu: &gt;&gt;Ich bewundere Frauen, die als Krankenschwestern oder in Pflegeheimen mit \u00e4lteren Leuten arbeiten, es ist bestimmt kein leichter Job.&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ich denke, kein Job ist jemals leicht, egal, in welcher Branche man arbeitet, Captain. Wenn man flei\u00dfig und gut darin ist, kann ein Beruf auch sehr erf\u00fcllend sein.&lt;&lt; ,meinte Stroud aufrichtig.<br \/>\n&gt;&gt;Da haben Sie mit Sicherheit recht.&lt;&lt; ,erwiderte Bartlett und wechselte das Thema: &gt;&gt;Hat Ihnen Laws die Listen gebracht?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Ja Captain, danke! Ich konnte sogar die Mannschaftslisten, bereits ein wenig eingrenzen, au\u00dferdem habe ich die Frachtlisten durchgesehen und bin sehr zufrieden. Alles ist wirklich \u00e4u\u00dferst ordentlich aufgef\u00fchrt und kann mir wohl die Kontrolle des Frachtraumes vorerst sparen.&lt;&lt; ,l\u00e4chelte Jasmin.<br \/>\n&gt;&gt;Meine Offiziere kennen es nicht anders, Sie haben es von mir so gelernt bekommen. Ich achte stets darauf, dass alles richtig verladen und gesichert ist.&lt;&lt; ,verk\u00fcndete er.<br \/>\n&gt;&gt;Ich habe von Ihnen auch nichts anderes erwartet.&lt;&lt; ,schmunzelte Sie und fuhr fort: &gt;&gt;Ihre Kabine, die Sie mir freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt haben, ist ein echter Traum, so ger\u00e4umig und Edel eingerichtet. Nochmals vielen Dank!&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Sch\u00f6n zu h\u00f6ren Madame. Meine beiden Kabinen, als auch der Besprechungsraum, sind die Einzigen Zimmer, die den Umbau zu einem Lazarettschiff \u00fcberlebt haben. Wenn ich nichts dagegen unternommen h\u00e4tte, w\u00e4ren sie\u00a0 ebenfalls, sehr schlicht ausgefallen.&lt;&lt; ,sagte Bartlett bek\u00fcmmert und erg\u00e4nzte: &gt;&gt;Sie sollten sich aber, auf jeden Fall, dass vordere Treppenhaus auf Deck A ansehen. Dort hat man n\u00e4mlich noch etwas ganz besonderes aufbewahrt, falls das Schiff nach dem Krieg, wieder seine zivile Funktion waren nehmen wird. Die sch\u00f6ne Glaskuppel und der exclusive Kronleuchter,\u00a0\u00a0sind noch an Ort und Stelle. Nur das Treppenhaus selbst hat ver\u00e4ndert.&lt;&lt;<\/p>\n<p>&gt;&gt;Sehr interessant Captain. Ich werde sp\u00e4ter einmal daran vorbei gehen. Aber mich qu\u00e4lt noch eine ganz andere Frage, bevor ich gehe?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Nur zu!&lt;&lt; ,nickte Charles.<br \/>\n&gt;&gt;Warum sind hier an Bord, eigentlich so viele deutsche Mitarbeiter? Fast ein halbes Drittel, obwohl wir uns mit Ihnen im Krieg befinden. Ich habe zwar nichts gegen Sie, aber ist es nicht ein wenig riskant?&lt;&lt; ,fragte die Agentin wissbegierig.<br \/>\nAlfred hatte sofort eine Antwort parat: &gt;&gt;Ich muss ehrlich zugeben, bis jetzt habe ich dar\u00fcber nur wenig nachgedacht. Die meisten M\u00e4nner aus Deutschland arbeiten schon seit Jahren in England und Wohnen auch dort. Au\u00dferdem sind deutsche Arbeiter weltweit sehr gefragt, als auch hoch qualifiziert. Sie sind immer sehr freundlich, h\u00f6flich, meist korrekt, ordentlich und Ihre Arbeitsmoral ist un\u00fcbertroffen. Viele von Ihnen haben schon vor dem Krieg hier angefangen zu Leben und zu arbeiten. Sozusagen sind die meisten eigentlich schon richtige Briten, wie alle anderen Nationen auf diesem Schiff auch.&lt;&lt; ,meinte der Captain.<br \/>\nAls Jasmin das Zimmer wieder verlassen wollte, hielt Alfred Sie noch einmal auf: &gt;&gt;Kommen Sie eigentlich schnell voran mit Ihren Ermittlungen?&lt;&lt;<br \/>\n&gt;&gt;Nein leider nicht Captain! Es geht im Moment nur langsam vorw\u00e4rts. Ich brauche Zeit, um mich in den Fall einzuarbeiten. Der Spion ist h\u00f6chstwahrscheinlich sehr gef\u00e4hrlich. Wir sollten mit dem Schlimmsten rechnen! Deshalb, \u00e4u\u00dferste Diskretion und Wachsamkeit!&lt;&lt; ,antwortete Sie und schloss hinter sich die T\u00fcr.<br \/>\nAm selben Abend noch, war das schlechte Wetter in einen Sturm \u00fcbergegangen. Die Wolken, f\u00e4rbten sich tiefschwarz und machten den Abend zur Nacht. Der regen prasselte stark an die Fenster, sodass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Die Wellen t\u00fcrmten sich Meter hoch auf und peitschten gegen die Schiffswand, Blitze zuckten \u00fcber den Himmel und ohrenbet\u00e4ubender Donner folgte. Die gewaltige Britannic trotzte dem Sturm, so gut es m\u00f6glich war, sie schaukelte nur leicht und die Sicht war f\u00fcr die Offiziere, als auch dem Steuermann \u00e4u\u00dferst eingeschr\u00e4nkt. Den meisten Personen an Bord ging es so weit ganz gut, viele waren schon oft zur See gefahren und kannten daher, den rauen Atlantik, bis auf Jasmin Stroud. F\u00fcr Sie war es das erste Mal und Ihr Magen rebellierte f\u00fchlbar. Sie hatte sich schon mehrere Male \u00fcbergeben m\u00fcssen, fand absolut keinen Schlaf. Ihr Kopf drehte sich und ihre Beine f\u00fchlten sich wie Watte an. Der Metalleimer neben Ihrem Bett war schon zu H\u00e4lfte mit Erbrochenem gef\u00fcllt, auf Ihrem Nachthemd klebten bereits kleine Brocken. Mit wackeligen Beinen suchte Stroud in der Nacht noch einmal die Oberschwester auf, die Ihr zwei Tabletten gegen die Seekrankheit gab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag 13. November 1916 Am n\u00e4chsten Morgen, als Jasmin aufstand und aus dem Fenster schaute, war der Himmel mit grauen Wolken bedeckt und es tr\u00f6pfelte leicht. Auch das Meer war viel aufgew\u00fchlter, als bei der Abfahrt. Ein starker Wind wehte und lie\u00df die Wellen, schon bei der Entstehung brechen. Sie kultivierte sich im Bad und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25"}],"version-history":[{"count":19,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":616,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25\/revisions\/616"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.timos-blog.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}