Montag 13. November 1916
Am nächsten Morgen, als Jasmin aufstand und aus dem Fenster schaute, war der Himmel mit grauen Wolken bedeckt und es tröpfelte leicht. Auch das Meer war viel aufgewühlter, als bei der Abfahrt. Ein starker Wind wehte und ließ die Wellen, schon bei der Entstehung brechen. Sie kultivierte sich im Bad und schlüpfte gerade in Ihre Schwesterngarderobe, als es plötzlich an der Tür klopfte. >>Einen Moment bitte!<< ,rief Stroud aus und versuchte sich zu beeilen.
Als Sie die Tür öffnete, stand der schneidige und immer gut aussehende Offizier William Laws davor, mit einem kleinen Papierstapel in der Hand. Sie wusste sofort, dass dies die Mannschafts- und Frachtlisten waren, um die Sie gebeten hatte.
>>Guten Morgen Mister Laws. Ich hoffe, ich habe Ihnen keine Umstände bereitet?<< ,fragte Sie nach. >>Keines Wegs Ma’am und wünsche Ihnen ebenfalls einen guten Morgen. Ich war sowieso gerade auf dem Weg zur Brücke und wollte Sie nur schnell vorbei bringen.<< ,antwortete er.
William hatte dunkel braune Augen, in denen man sich sofort verlieren konnte. Unter seiner Adretten und maßgeschneiderten, schwarzen Uniform erkannte man einen starken, athletischen Körper. Seine feste Stimme und das Raben schwarze Haar, brachten die Agentin zum dahin schmelzen. >>Es ist mir eine Ehre Sie endlich persönlich kennenzulernen.<< ,antwortete Sie und streckte Ihre Hand, ihm entgegen: >>Wollen Sie nicht herein kommen und sich für einen Moment setzten?<< ,erwiderte Sie. Jasmin spürte sofort, wie Ihre Wagen, rot wurden.
Der Offizier setzte seine Mütze ab und gab Ihr einen leichten Handkuss: >>Die Ehre ist ganz auf meiner Seite Miss Stroud. Ich würde zwar gerne bleiben, aber leider habe ich viel zu tun, ein andermal vielleicht.<< ,antwortete er sympathisch.
>>Ich habe die Listen für Sie nach Alphabet und Rängen geordnet, damit Sie es etwas leichter haben.<< ,fügte er hinzu.
>>Vielen Dank! Ich hatte eigentlich nicht so früh damit gerechnet.<< ,offenbarte sie Ihm und lachte schüchtern.
>>Ich werde später kaum die Gelegenheit haben, Sie Ihnen vorbei zu bringen, deshalb habe ich mir gedacht, ich komme am besten gleich vorbei, bevor ich es später vergesse.<< ,grinste er leicht.
Nachdem der charmante Offizier, wieder gegangen war und die Tür ins Schloss gefallen ist, überflog Sie die Listen, ob Sie auch ordnungsgemäß ausgefüllt waren. 1062 Männer und Frauen verrichteten jeden Tag an Bord Ihre Arbeiten. – Wie in Gottes Namen, sollte in dieser Menschenmenge, ein Spion herausgefischt werden?- Und die nächste Frage, die sich Jasmin stellte, war: -Weshalb ist er an Bord? –
Sogleich nahm Stroud ihre schwarze Handtasche, in der Sie die Listen verstaute, und ging damit zur Oberschwester.
Auf Deck E angekommen, lief Sie mehrere enge Korridore entlang und stand plötzlich wieder in einer Sackgasse. – Verdammter Mist! Schon wieder verlaufen. Dieses Schiff macht mich noch Irre. Vielleicht hätte ich links laufen müssen?- dachte Sie sich und kehrte wieder um. Erst ein freundlicher Arzt, brachte Sie zur richtigen Tür.
>>Guten Morgen!<< ,sagte Jasmin, als Sie in den Aufenthaltsraum der Krankenschwestern eintrat. Das Schwesternzimmer war breit und lang, reihenweise standen Tische und Stühle versetzt nebeneinander und leere Kaffeebecher waren verteilt, auf den Tischen zu sehen. Fenster hatte dieser Raum leider nicht, den er war ziemlich mittig, auf dem Deck platziert. Dafür war das Zimmer, mit vielen Lampen und Bildern von babylonischen Gärten ausgestattet worden, um zumindest ein wenig die Stimmung zu lockern. Zu alledem stellte Jasmin mit großer Freude fest, dass es nach frische, gebrühten Kaffee duftete.
>>Einen guten Morgen wünsche ich Ihnen ebenfalls Miss…?<<
>>…Stroud! Jasmin Stroud!<< ,antwortete die Agentin.
>>Stroud? Sind Sie nicht die neue Krankenschwester? Sie sind 8 Minuten zu spät! Ihre Kolleginnen sind schon fleißig an der Arbeit, nur Sie nicht. Haben Sie etwas zu Ihrer Verteidigung zu sagen?<< ,sagte Jessop zornig und schaute auf Ihre silberne Taschenuhr.
>>Es tut mir leid, aber ich habe mich in den vielen Gängen verlaufen gehabt. Ich fande nur schwer zurück.<< ,antwortete Jasmin und spielte Ihre Rolle.
>>Nun gut. Ich werde heute über dieses Missgeschick hinweg sehen, aber Morgen bitte pünktlich.<< ,erklärte Violet, während Stroud ohne Zögern nickte.
>>Ihre heutige Aufgabe wird sein, das Operationsbesteck aus den Kisten zu nehmen, gut zu desinfizieren und sorgfältig, in die Regalen zu verstauen. Es wird im Moment noch nicht gebraucht, aber auf jeden Fall, wenn wir in Griechenland angekommen sind.<< ,fuhr Violet fort.
>>Verzeihung! Aber ich bin aus einem ganz anderen Grund hier.<< ,meinte die Agentin.
>>Wovon reden Sie da? Aus welchem Grund sind Sie sonst hier?<< ,fragte Jessop mürrisch.
Jasmin kam näher an den Tisch heran, der voll mit Papierstapeln und Kaffeeflecken war. – Zum Glück sind die Krankenschwestern und Ärzte gerade beschäftigt und nicht anwesend –, dachte Jasmin und sprach weiter: >>Ich müsste etwas sehr wichtiges mit Ihnen besprechen und ich hoffe, Sie können mir dabei helfen.<<
>>Um was handelt es sich den?<< ,fragte Violet skeptisch nach.
Wie beim letzten Mal holte Jasmin wieder Ihre Dienstmarke aus der Tasche: >>Ich arbeite als Agentin für den SIS und habe den Verdacht, dass sich auf der Britannic, ein deutscher Spion aufhält.<< ,erzählte Sie Ihr.
Violet musste ein Lachen unterdrücken: >>Das ist doch ein Aprilscherz oder?<<
>>Ganz im Gegenteil Miss Jessop! Die Lage ist sehr ernst und besonders heikel. Außerdem haben wir November.<< ,sagte Stroud beherzt.
>>Sie meinen das wirklich ernst? Ist er gefährlich?<< ,fragte Jessop nach.
>>Vermutlich. Was er allerdings vorhat, versuche ich erst herauszufinden. Deshalb bin ich zu Ihnen gekommen, um Sie um Ihre, Unterstützung und Verschwiegenheit zu bitten.<< ,antwortete Jasmin ernst.
>>Ich verstehe, und werde mein möglichstes tun, um ihnen zu helfen.<< ,äußerte sich die Oberschwester und nickte dabei.
>>Gut das zu hören. Dürfte ich Ihnen auch einige Fragen stellen, wenn es Ihnen nichts aus macht?<< ,fragte Jasmin und holte einen Block und einen Stift aus der Tasche.
>>Nur zu.<< ,nickte Violet und machte es sich auf Ihrem Stuhl gemütlich.
Jasmin setzte sich dazu und legte Ihre Schreibutensilien auf den einfachen Holztisch:
>>Wie lautet Ihr ganzer Name? Und wo sind Sie geboren?<<
>>Ich heiße Violet Constance Jessop. Ich bin bei Blanca, in Argentinien geboren.<< ,erwiderte die Oberschwester.
>>Wie alt sind Sie? Und wann sind Sie geboren?<<
>>Ich bin 29 Jahre alt und wurde am 2. Oktober 1887 zur Welt gebracht.<<
>>Wie heißen Ihre Eltern?<< ,fragte Stroud weiter.
>>William und Katherine Jessop.<< ,entgegnete Violet verstimmt und sagte anschließend sarkastisch: >>Ich habe noch sechs Geschwister, wollen Sie deren Namen auch alle wissen? Oder die meiner Tanten und Onkel noch?<<
>>Nein Danke, das ist nicht nötig. Sind Sie verheiratet?<< ,wollte Jasmin wissen.
>>Diese Fragen werden mir langsam zu persönlich, das geht Sie gar nichts an.<< ,äußerte Jessop verstimmt.
>>Entschuldigung! Ich wollte nicht respektlos erscheinen. Ich werde mit anderen Fragen weiter machen. Wie lange arbeiten Sie schon als Krankenschwester?<<
>>Seit 1914 mit beginn des Krieges an.<< ,erzählte die Oberschwester.
>>Was haben Sie zuvor gemacht?<< ,formulierte die Agentin die nächste Frage.
>>Ich war seit 1910 bei White Star Line angestellt als Stewardess.<<
>>Auf wie vielen Schiffen haben Sie schon gearbeitet? Dazu die Namen der Schiffe und Arbeitsdauer bitte.<<
>>Na hören Sie mal! Wird das hier ein Verhör? Ich bin sicherlich kein deutscher Spion!<< ,sagte Violet sichtlich verärgert.
>>Es tut mir leid Ms. Jessop, aber ich muss Ihnen leider diese unangenehmen und vielen Fragen stellen. Es gehört zu meinem Beruf dazu, reine Routine.<<
Violet seufzte schwer:>>Also schön. Bis jetzt war ich auf drei Schiffen angestellt, die alle der White Star Line Reederei gehörten. Der Olympic, der Titanic und nun auf der Britannic. Auf der Olympic war ich 1911 und nur kurze Zeit tätig, den Sie stieß mit dem Kreuzer Hawk zusammen und musste hinsichtlich, der schweren Schäden, wieder zurück zur Werft.
Sieben Monate später hab ich dann auf der Titanic wieder als Stewardess angeheuert und wurde auch sofort genommen. Jedoch endete die Jungfernfahrt, leider in einer schweren Katastrophe, als das Schiff mit einem Eisberg kollidierte.<< ,erzählte die Oberschwester deprimiert und versuchte trotzdem weiter zu berichten: >>Das werden Sie sicherlich mitbekommen haben. Alle Zeitungen der Welt waren damit voll gepflastert. Eingepfercht, durchnässt und halb erfroren, trieben wir stundenlang in einem kleinen Rettungsboot auf dem Atlantik umher. Erst in der Morgendämmerung traf die RMS Carpathia ein und nahm uns an Bord.<< ,erzählte Violet schwermütig.
>>Ich habe davon erfahren! Leider zu gut fürchte ich.<< ,erwiderte Jasmin ebenfalls traurig. >>Das Titanic-Unglück hat auch mich schwer getroffen. Mein älterer Bruder hat dort in der 2. Klasse als Kellner gearbeitet, aber er kam leider nie zurück.<< ,antwortete auch Sie schweren Herzens.
>>>Oh das tut mir Leid!<< ,entgegnete ihr Violet und fuhr fort: >>Und nun bin ich auf dem nächsten Schiff der White Star Line und bereit für weitere aufregende Abenteuer.<< ,sagte die Oberschwester gelassen.
>>Sie müssen schon eine Menge Glücksbringer dabei gehabt haben, um solche Havarien zu überleben. An Ihrer Stelle würde ich keinen Zentimeter mehr auf irgendein Schiff setzen. Pechsträhne kann man das gar nicht mehr nennen.<< ,antwortete Jasmin amüsiert.
>>Ich sehe es Positiv. Mehr Schiffe in dieser Größenordnung, besitzt die Reederei nicht und ich denke auch nicht, dass die Britannic so schnell sinken wird, schließlich gibt es jetzt bessere Sicherheitsvorkehrungen und genügend Rettungsboote.<< ,lachte auch Violet.
Jasmin griff nochmals in die Tasche und holte nun die Mannschaftslisten hervor, sie legte Sie auf den Tisch und zeigte mit dem Finger darauf: >>Sie kennen doch bestimmt die meisten Leute auf diesem Schiff? Können Sie mir sagen, wer von Ihnen Deutscher ist?<< ,fragte Stroud zusätzlich. Die Oberschwester kratzte sich am Kopf und überlegte scharf: >>Puhh…Sie stellen mir vielleicht Fragen. Unser Pater Tramonti kommt aus Italien, ein Zahnarzt kommt aus Schweden und einer der Chirurgen, der obendrein noch gut aussieht, kommt aus Frankreich. Der Chef Ingenieur kommt sicher von Deutschland, er hat nämlich Bilder von Berlin in seiner Kabine. Ich musste ihn einmal wegen einer Verbrennung in seinem Quartier behandeln.<< ,äußerte Jessop und zeigte auf die Namen.
>>Ein weiterer deutscher arbeitet in der Leichenhalle oder war das ein Österreicher? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber überprüfen sollten Sie ihn trotzdem. Dieser Mann war mir schon immer unheimlich gewesen. In der Küche müsste es auch einen deutschen Koch geben und einige Ärzte müssten es auch sein. Bei den Heizern und Trimmern kenne ich niemanden und von den höheren Offizieren, gibt es soweit ich weiß keinen.<< ,quasselte Jessop wie ein Wasserfall los.
Die fleißige Agentin, notierte sich alles ganz genau und konnte zumindest ein wenig, die lange Liste der Spione eingrenzen: >>Ich danke Ihnen Miss Jessop, Sie haben mir sehr geholfen. Ich werde nun…<<
Schwester Mattison die Jasmin bereits kurz kennengelernt hatte, kam plötzlich herein:
>>Fräulein Oberschwester! Die Betten auf Deck F sind fertig überzogen und die Räume gelüftet, sollen wir hier auf Deck E weitermachen?<< ,fragte Sie nach.
>>Ja unbedingt! Wir müssen uns beeilen! Wenn wir in den Hafen von Neapel einlaufen, müssen sämtliche Betten auf allen Decks überzogen sein. Nehmen Sie Schwester Stroud mit, Sie wird Euch unterstützen.<< ,erwiderte Jessop.
>>Aber…ich muss!.. Ich meine! Ich habe doch schon eine andere Aufgabe.<< ,antwortete Jasmin ahnungslos. Wie sollte Sie beide Rollen als Krankenschwester und Agentin zusammen wahrnehmen, wenn es in beiden Jobs eine Menge Arbeit gab?
Mattison streckte Ihre Hand der Agentin entgegen: >>Freut mich Sie kennenzulernen, Schwester Stroud! Wir sind uns schon mal kurz begegnet.<< ,meinte die junge Frau freundlich.
Jasmin erwiderte die Begrüßung und griff nach der zierlichen Hand: >>Ich kann mich daran erinnern. Es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen, Schwester Mattison.<<
>>Ich werde Sie in unsere Arbeit an Bord einführen und Ihnen alles wichtige Zeigen.<< ,antwortete Sie.
Bis Mittag war auf dem Schiff eine Menge zu tun, massig viele und große Säcke voll Bettlaken, mussten über die Decks geschleppt und entleert werden. Starke, fleißige Matrosen, halfen in Ihrer Freizeit tatkräftig mit. Solch harte Arbeit, war Jasmin schon lange nicht mehr gewöhnt. In London besaß Sie ein geräumiges Büro und hatte noch nie, solch schwere Säcke schleppen müssen. Die Aufgabe von Jessop , dass OP Besteck zu säubern gehörte zu Ihren zusätzlichen Aufträgen, während andere Schwestern die Säle schrubbten.
Stroud war äußerst froh, als es Mittagessen gab. Dreiundvierzig Betten waren ihr auferlegt worden, die Sie beziehen musste und ungefähr genauso viele Säcke hatte Sie schleppen müssen. Aber die Agentin war nicht allein, alle anderen Krankenschwestern waren gezwungen, mindestens die gleiche Anzahl zu schaffen.
Die Mittagsmahlzeit bestand aus einer einfachen gegrillten Makrele, mit Salz Kartoffeln und dazu, eine große Auswahl an Schorlen.
Als sich aber Stroud an den Tisch setzte und dem Fisch in die milchigen Augen sah, darüber hinaus noch den komischen Geruch ertragen musste, wurde Ihr sofort schlecht und rannte so schnell Sie konnte zur nächsten Toilette. Sie musste sich glücklicherweise nicht übergeben, jedoch hob es Jasmin ein paar Mal kräftig an und Sie hielt sich Ihre Hand vor den Mund. Ein Anflug von Seekrankheit hatte die Agentin heftig erwischt. Nachdem es Ihr etwas besser ging, nahm die Agentin einige aufbauende, Schluck Wasser aus dem Wasserhahn und ruhte sich für einen Augenblick aus.
Stroud war froh, als Violet Sie mit einem Augenzwinkern, nach dem Mittagessen weg rief: >>Schwester Stroud! Ein Offizier hat sich die Hand verletzt, würden Sie mal nach ihm sehen und einen Verband anlegen?<<
>>Selbstverständlich Fräulein Oberschwester!<< ,sagte Jasmin und stahl sich davon.
Nun musste Sie dringend den Captain aufsuchen, um ihn über ihre Ermittlungen auf dem laufenden zu halten. Bartlett bat die junge Frau, wieder in seine Kabine: >>Haben Sie sich an Bord gut eingelebt?<< ,fragte Bartlett zur Begrüßung.
>>Allerdings! Seit heute Morgen arbeite ich als richtige Krankenschwester. Es gibt eine Menge zu tun, langweilig wird es nicht.<< ,sagte Jasmin erschöpft.
>>Das glaube ich Ihnen gerne.<< ,schmunzelte der Captain und fügte hinzu: >>Ich bewundere Frauen, die als Krankenschwestern oder in Pflegeheimen mit älteren Leuten arbeiten, es ist bestimmt kein leichter Job.<<
>>Ich denke, kein Job ist jemals leicht, egal, in welcher Branche man arbeitet, Captain. Wenn man fleißig und gut darin ist, kann ein Beruf auch sehr erfüllend sein.<< ,meinte Stroud aufrichtig.
>>Da haben Sie mit Sicherheit recht.<< ,erwiderte Bartlett und wechselte das Thema: >>Hat Ihnen Laws die Listen gebracht?<<
>>Ja Captain, danke! Ich konnte sogar die Mannschaftslisten, bereits ein wenig eingrenzen, außerdem habe ich die Frachtlisten durchgesehen und bin sehr zufrieden. Alles ist wirklich äußerst ordentlich aufgeführt und kann mir wohl die Kontrolle des Frachtraumes vorerst sparen.<< ,lächelte Jasmin.
>>Meine Offiziere kennen es nicht anders, Sie haben es von mir so gelernt bekommen. Ich achte stets darauf, dass alles richtig verladen und gesichert ist.<< ,verkündete er.
>>Ich habe von Ihnen auch nichts anderes erwartet.<< ,schmunzelte Sie und fuhr fort: >>Ihre Kabine, die Sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben, ist ein echter Traum, so geräumig und Edel eingerichtet. Nochmals vielen Dank!<<
>>Schön zu hören Madame. Meine beiden Kabinen, als auch der Besprechungsraum, sind die Einzigen Zimmer, die den Umbau zu einem Lazarettschiff überlebt haben. Wenn ich nichts dagegen unternommen hätte, wären sie ebenfalls, sehr schlicht ausgefallen.<< ,sagte Bartlett bekümmert und ergänzte: >>Sie sollten sich aber, auf jeden Fall, dass vordere Treppenhaus auf Deck A ansehen. Dort hat man nämlich noch etwas ganz besonderes aufbewahrt, falls das Schiff nach dem Krieg, wieder seine zivile Funktion waren nehmen wird. Die schöne Glaskuppel und der exclusive Kronleuchter, sind noch an Ort und Stelle. Nur das Treppenhaus selbst hat verändert.<<
>>Sehr interessant Captain. Ich werde später einmal daran vorbei gehen. Aber mich quält noch eine ganz andere Frage, bevor ich gehe?<<
>>Nur zu!<< ,nickte Charles.
>>Warum sind hier an Bord, eigentlich so viele deutsche Mitarbeiter? Fast ein halbes Drittel, obwohl wir uns mit Ihnen im Krieg befinden. Ich habe zwar nichts gegen Sie, aber ist es nicht ein wenig riskant?<< ,fragte die Agentin wissbegierig.
Alfred hatte sofort eine Antwort parat: >>Ich muss ehrlich zugeben, bis jetzt habe ich darüber nur wenig nachgedacht. Die meisten Männer aus Deutschland arbeiten schon seit Jahren in England und Wohnen auch dort. Außerdem sind deutsche Arbeiter weltweit sehr gefragt, als auch hoch qualifiziert. Sie sind immer sehr freundlich, höflich, meist korrekt, ordentlich und Ihre Arbeitsmoral ist unübertroffen. Viele von Ihnen haben schon vor dem Krieg hier angefangen zu Leben und zu arbeiten. Sozusagen sind die meisten eigentlich schon richtige Briten, wie alle anderen Nationen auf diesem Schiff auch.<< ,meinte der Captain.
Als Jasmin das Zimmer wieder verlassen wollte, hielt Alfred Sie noch einmal auf: >>Kommen Sie eigentlich schnell voran mit Ihren Ermittlungen?<<
>>Nein leider nicht Captain! Es geht im Moment nur langsam vorwärts. Ich brauche Zeit, um mich in den Fall einzuarbeiten. Der Spion ist höchstwahrscheinlich sehr gefährlich. Wir sollten mit dem Schlimmsten rechnen! Deshalb, äußerste Diskretion und Wachsamkeit!<< ,antwortete Sie und schloss hinter sich die Tür.
Am selben Abend noch, war das schlechte Wetter in einen Sturm übergegangen. Die Wolken, färbten sich tiefschwarz und machten den Abend zur Nacht. Der regen prasselte stark an die Fenster, sodass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Die Wellen türmten sich Meter hoch auf und peitschten gegen die Schiffswand, Blitze zuckten über den Himmel und ohrenbetäubender Donner folgte. Die gewaltige Britannic trotzte dem Sturm, so gut es möglich war, sie schaukelte nur leicht und die Sicht war für die Offiziere, als auch dem Steuermann äußerst eingeschränkt. Den meisten Personen an Bord ging es so weit ganz gut, viele waren schon oft zur See gefahren und kannten daher, den rauen Atlantik, bis auf Jasmin Stroud. Für Sie war es das erste Mal und Ihr Magen rebellierte fühlbar. Sie hatte sich schon mehrere Male übergeben müssen, fand absolut keinen Schlaf. Ihr Kopf drehte sich und ihre Beine fühlten sich wie Watte an. Der Metalleimer neben Ihrem Bett war schon zu Hälfte mit Erbrochenem gefüllt, auf Ihrem Nachthemd klebten bereits kleine Brocken. Mit wackeligen Beinen suchte Stroud in der Nacht noch einmal die Oberschwester auf, die Ihr zwei Tabletten gegen die Seekrankheit gab.