Donnerstag 16. November 1916
An diesem wunderbaren Donnerstagmorgen, schlug die Stunde der Wahrheit. In wenigen Minuten, sollte die Britannic torpediert und auf den Grund des Mittelmeers, geschickt werden. Zielgenau musste der alleinige Burgtorpedo das Schiff so hart treffen, dass salziges Meerwasser in großen Mengen eindringen konnte. Das Hospitalschiff, hatte immer noch Schwierigkeiten mit den Maschinen und war nur auf fünfzehn Knoten beschränkt, während sich das U-Boot wie ein gefräßiger Hai, an seine humpelnde Beute heranschlich.
Es schlug gerade acht Uhr morgens, als die Nachtschicht der Heizer, Trimmer und Maschinisten auf der Britannic zu Ende ging. Die Frühschicht übernahm nun die vorherigen Posten. Einige Decks weiter oben, wurden die Bullaugen aufgeklappt, um die OP Säle wieder einmal gut durchzulüften. Jeder Morgen war gleich aufgebaut und routiniert. Somit wusste, Graham genau bescheid, wann der richtige Moment gekommen war. Dieser gewissenhafte Ablauf, der Besatzung und der Krankenschwestern, nutzte er zu seinem Vorteil aus.
>>Die vorderen Torpedorohre öffnen und bewässern!<< ,schrie der deutsche Kommandant.
George Perman und James Vickers, die im Krähennest der Britannic Ausschau hielten, konnten von Weitem ein Kriegsschiff ausfindig machen, als auch laut hören. Es war der Britisches Kreuzer HMS Victory, der in diesen Gewässern patrouillierte. Er machte sich, mit seinem Nebelhorn bemerkbar und holte schnell von hinten auf. Das Echolot der Victory, hatte die U-37 bereits geortet, ein dringendes Telegramm, wurde an das Lazarettschiff gesendet. Sogleich lief der junge Funker zu Bartlett und informierte ihn: >>Captain! Die HMS Victory meldet ein feindliches U-Boot in der Nähe, wir sollen die Geschwindigkeit erhöhen sowie, einen Zickzack Kurs einschlagen.<< ,berichtete er.
>>Verdammt! Das hat uns gerade noch gefehlt!<< ,erwiderte der Captain und entriss dem jungen Burschen das Telegramm, um es selber zu lesen: >>Danke Mr. Calvet! Wir kümmern uns darum.<< ,versicherte er dem Funker und schickte ihn weg.
>>Captain! Wir können aber nicht schneller werden.<< ,sagte Laws aufgeregt.
>>Das weiß ich selber!<< ,schrie Alfred los. >>Steuermann! drehen Sie nach Norden ab!<< Mit weiterhin gleichbleibender Geschwindigkeit von fünfzehn Knoten, drehte die Britannic in Richtung Norden. Aus diesem Grund wurde die Silhouette des Hospitalschiffes schmaler und Sie waren schwerer zu erfassen.
Es war kurz vor acht Uhr zehn, die letzten Justierungen an dem Torpedo, wurden vorgenommen und die Zeit eingestellt. Dann war er im Rohr, bereit abgefeuert zu werden. Auch das U-Boot, erhielt die wichtige Nachricht des Kreuzer, die immer noch den Funk der Britannic abhörten. >>Herr Kapitän! Die Victory hat uns bereits entdeckt, Sie das Hospitalschiff gewarnt. Sollen wir abbrechen oder fortfahren?<< ,fragte der erste Offizier.
Angespanntes Schweigen legte sich über die deutsche Mannschaft , sollten Sie das Risiko eingehen, oder lieber so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden?
>>Wir bleiben und versenken das Schiff! Auf mein Zeichen!<< ,sagte der Kommandant. Auf der U-37 stieg die Nervosität stark an, den der britische Kreuzer war bereits ziemlich nahe gekommen und kam unerbittlich näher.
>>Feuer!<< ,rief der Kapitän, doch kein Torpedo verließ das Rohr. Er drehte sich zu seinem Waffenoffizier um, der schweißgebadet und auf wackligen Beinen erstarrt war. >>Müller! Ich gab Ihnen einen Befehl! Feuern Sie den Torpedo ab!<< ,zürnte er.
Der Frischling hatte den Finger schon auf dem roten Knopf, konnte sich aber nicht dazu überwinden abzudrücken: >>Es tut mir leid Herr Kapitän, aber wir würden ein hilfloses Lazarettschiff versenken. Ich möchte nicht, dass das Blut von Unschuldigen an meinen Händen klebt.<< ,erklärte er verstört.
>>Sind Sie wahnsinnig! Die Britannic transportiert Waffen, damit haben Sie die Genfer Konventionen gebrochen, also werden wir dieses Schiff versenken, egal ob Lazarett oder nicht! Für den Sieg Deutschlands!<< ,rief der Kapitän. Der erste Offizier des U-Bootes, schubste den Feigling zur Seite und betätigte den roten Knopf.
Der einzelne Torpedo machte sich mit einem Affenzahn, schnurstracks auf den Weg zum Ziel. Durch die lange Verzögerung und dem Ärger mit dem Jüngling, verfehlte der Torpedo die Britannic um Haaresbreite. Hinzu kam, dass sich das britische Kriegsschiff dazwischen warf. Der Torpedo flitzte nur knapp, am Bug der Victory und am Heck des Hospitalschiffes vorbei. Er explodierte weit entfernt im seichten Wasser, vor den Küsten Sardiniens. Ein hartes Wendemanöver brachte die Victory, wieder auf Abfangkurs in Richtung des U-Bootes und schüchterte Ihren Gegner, mit einigen Schüssen aus den Geschützen ein.
>>Wir haben die Britannic nicht erwischt Sir! Uns bleibt aber keine Zeit es noch einmal zu versuchen, das Kriegsschiff ist schon nahe! Wir müssen sofort tauchen!<< ,schrie der zweite Offizier.
>>Alle Man auf Tauchstation!<< ,rief der Kapitän hastig aus.
Die U-37, tauchte so schnell es ging nach unten und füllte seine halbvollen Tanks äußerst geschwind mit Wasser, während der britische Kreuzer über Sie hinweg fuhr, als auch Wasserbomben abwarf. Das U-Boot knarrte und quietschte laut auf, als Sie ununterbrochen nach unten sanken, permanent wurde der Wasserdruck größer. Immer lauter wurde das krächzen und Knarren, als es noch tiefer nach unten ging. Die Mannschaft hatte schon die Befürchtung, dass in jedem Augenblick das Material nachgab und es zu Ende wäre, aber die Außenwand hielt stand.
Die Bomben explodierten in geringem Abstand zueinander unter Wasser, sie formten große Detonationsdruckwellen, die das U-Boot ausschalten sollten. Mächtige Fontänen, schossen dann aus dem Meer heraus und rieselten als Regen wieder herab. Als das Echolot der HMS Victory nichts mehr anzeigte, drehte der Kreuzer ab und erklärte das U-37 für zerstört, jedoch gab es dafür keine Garantie.
– Mit viel Glück, sowie Mut der einzelnen Parteien, konnte eine große Katastrophe heute verhindert werden. – dachte sich Bartlett, der mit seinem Fernglas dem Kreuzer hinterher schaute. Die Victory ließ das Nebenhorn nochmals ertönen, um sich von der Britannic zu verabschieden und nahm dann, ihren Patrouillenfahrt wieder auf.
>>Mister Hume! Gehen Sie in den Funkraum, schicken Sie mit Calvet ein >>Dankeschön! An den Kreuzer ab.<< ,befahl Charles.
Mit einem nicken und flinken Füßen verschwand der erste Offizier von der Brücke.
Natürlich blieb das Geschehen nicht unentdeckt, viele Ärzte als auch Krankenschwestern, waren deshalb sehr beunruhigt. Auch bei Jasmin löste das, große Angst aus. – Wenn der Spion in diesen Zwischenfall verwickelt war, hatte er es hier bei Weitem übertrieben – dachte sich Stroud und rannte ungehalten auf die Brücke, um Genaueres zu erfahren: >>Was zu Teufel geht hier vor sich?<< ,fragte Sie aufgeregt.
>>Miss Stroud, sie können sich wieder beruhigen und zurück an die Arbeit gehen. Es ist alles unter Kontrolle.<< ,erwiderte Bartlett.
>>Das habe ich schon mal gehört. Ich würde Ihnen gerne glauben, aber sicher fühle ich mich noch lange nicht! Was ist passiert?<< ,fragte Sie erneut.
Offizier Hume antwortete: >>Es gab einen U-Bootangriff auf uns, doch der britische Kreuzer HMS Victory hat sich mutig entgegen gestellt und den Angriff abgewehrt.<< ,erzählte er stolz.
>>Haben wir irgendwelche Schäden davon getragen?<< ,wollte die Agentin wissen.
>>Zum Glück keine. Wir setzen unsere Fahrt fort und werden morgen Abend Neapel, mit ein wenig Zeitverlust erreichen.<< ,antwortete der Captain gelassen.
Jasmin blieb trotzdem angespannt, hätte der Kreuzer nicht eingegriffen, wäre die Britannic schon am Meeresgrund. Eine andere Frage, die sich Ihr nun stellte, war:
– Wer hatte es auf die Britannic abgesehen und warum? Es herrschte zwar Krieg, aber niemand durfte auf ein Lazarettschiff schießen, das war so in den Genfer Konventionen festgehalten worden. Hatte der deutsche Spion wieder etwas damit zu tun? Oder war das nur wieder reiner Zufall? Und welchem Land gehörte das U-Boot an? –
Fragen über Fragen, die es zu beantworten galt, aber gab es überhaupt Antworten darauf?
Zur Mittagszeit, befragte Stroud die Offiziere Hume und Laws, sowie den Captain und die Oberschwester, über den Tathergang. Um die Befragung etwas lockerer zu gestalten, fand das Gespräch im Besprechungsraum des Captains statt. Dort wo erst kürzlich, das Dinner abgehalten wurde. Auch diesmal hielt Sie alles auf ihren Block fest: >>Captain! Erzählen Sie bitte als Erster. Was genau ist geschehen?<< ,fragte Sie.
Nachdem Bartlett ihr die Situation geschildert hatte, war der nächste an der Reihe:
>>Nun zu Ihnen Mister Hume! Können Sie das Bild vom Captain noch vervollständigen?<<
>>Genauso hat es sich zugetragen. Der Captain und ich hatten beide ein Fernglas, es war alles gut zu erkennen.<< ,erklärte Robert Hume. >>Mister Laws! Können Sie mir vielleicht noch mehr erzählen?<< ,fragte Jasmin weiter.
Der Offizier schüttelte den Kopf: >>Nein leider nicht! Die Ausführungen der beiden, ist so viel wie ich weiß, korrekt.<<
>>Miss Jessop! Was haben Sie gesehen? Oder wollen Sie sich den Dreien anschließen?<< ,fragte Sie nach.
>>Ich muss ehrlich sagen, von alledem habe ich nichts mitbekommen.<< ,antwortete Violet und sprach dann weiter: >>Ich war gerade dabei die Behandlungsräume zu inspizieren, als plötzlich Mattison hereingestürmt kam. Aber als wir aus den Fenster blickten, war das Kriegsschiff schon am verschwinden.<<
Alle vier Personen berichteten etwa das Gleiche. Leider hatte es Jasmin nicht mit eigenen Augen sehen können, denn Sie war auf Deck C, ziemlich mittig auf dem Schiff unterwegs und hatte keine Fenster in der nähe. Erst als es draußen laut knallte, suchte Sie sich einen Platz:>>Gut! Ich habe jetzt einen recht eingehenden Einblick in den Angriff des U-Bootes bekommen, allerdings frage ich mich, wer sollte auf ein wehrloses Hospitalschiff Torpedos abfeuern? Und welches Land, bricht somit die Konventionen?<< ,fragte Stroud in die Runde. Für den Augenblick herrschte Totenstille im Raum, erst als alle miteinander Blicke ausgetauscht hatten, wurde wieder gesprochen.
>>Nach meiner Meinung nach kann nur der Spion etwas damit zu tun haben, wenn wirklich einer an Bord ist.<< ,sagte der Captain.
>>Das glaube ich auch! Im Übrigen ist er ein Deutscher, das heißt, es kann nur das Deutsche Kaiserreich dahinter stecken.<< ,erklärte Laws.
>>Daran habe ich auch als Erstes gedacht.<< ,sagte die Agentin und fuhr fort: >>Dennoch gibt es auch im Krieg Regeln, die einzuhalten sind. Warum sollte also ausgerechnet das Kaiserreich, ohne triftigen Grund, diese Regel brechen?<< ,antwortete Jasmin.
>>Was ist mit der Lusitania? Das britische Passagierschiff der Cunard Line, dass ungefähr vor einem Jahr torpediert und versenkt wurde?<< ,fragte Hume wütend nach und erzählte sofort weiter, ohne Jasmin zu Wort kommen zu lassen.
>>Eintausendzweihundert Menschen sind bei dieser Katastrophe gestorben. Daran waren auch die Deutschen schuld! Sie suchen sich immer die Ziele heraus, wo es niemand, oder am wenigsten erwartet.<< ,meinte er zornig. Die anderen stimmten ihm zu, doch die Agentin leider nicht, sie wusste es natürlich bei Weitem besser.
>>Die Lusitania hatte Waffen oder Sprengstoff als Passagierschiff an Bord, das ist sicherlich nicht gerade, die feine englische Art Mr. Hume! Die Deutschen haben sich dafür nur revanchiert. Außerdem fällt die Lustania nicht in den Vertrag der Genfer Konventionen, denn ohne Rotes Kreuz auf der Bordwand, wird es als gewöhnliches Frachtschiff gewertet.<< ,antwortete Jasmin.
>>Dummes Geschwätz! Sie sehen doch selbst wie unberechenbar, Deutschland und Österreich vorgehen! Als ob das Giftgas nicht schon reichen würde, dass Sie unseren Truppen in den Rachen stopfen. Nein! Sie müssen jetzt schon auf wehrlose Hospitalschiffe Torpedos schießen, um Genugtuung zu bekommen!<< ,schrie Hume durch den Raum. >>Mister Hume! Mäßigen sie sich bitte! Sonst verlassen Sie den Raum!<< ,rief Bartlett aus. Er war besonders angespannt, da sich das Gespräch, in eine schlechte Richtung verlief.
>>Also mich brauchen Sie in zu dieser Sache gar nicht befragen. Ich will nichts von diesem Krieg mehr wissen und kenne mich sowieso nicht damit aus, es reicht vollkommen, das wir ihn alle miterleben müssen!<< ,schimpfte Jessop, während Robert, empört den Raum verließ.
>>Fräulein Stroud. Ich glaube, Sie steigern sich mit Ihrem Spion, ein wenig zu sehr in die ganze Sache hinein. Dieser Weltkrieg ist etwas Außergewöhnliches für uns alle und bringt jeden von uns an seine Grenzen. Jeder Nation möchte den Krieg gerne gewinnen, deshalb wird nicht mehr auf althergebrachte Regeln geachtet. Das U-Boot wurde höchstwahrscheinlich versenkt und damit haben Sie Ihre Schandtat abgebüßt. Sie sollten sich in Ihrer Kabine, ein wenig hinlegen und sich ausruhen.<< ,meinte der Captain zu Stroud. >>Ich möchte mich nicht hinlegen! Solange der Spion nicht gefast ist.<< ,antwortete Jasmin zornig und beendete das Gespräch. Sie entließ alle wieder zur Arbeit, aber ihre Neugier war noch lange nicht gestillt. So wie es sich für eine gute Agentin gehörte, suchte Sie weiter nach Handfesten beweisen und wenn Sie dafür jeden Stein mehrmals umdrehen musste. Sie konnte den Offizieren nicht so vertrauen, wie Sie es gerne gehofft hatte. War es den irgendwie möglich gewesen, dass die Britannic, Waffen an Bord versteckte und der Spion, sie vielleicht gefunden hat.
Am späten Nachmittag, nachdem Stroud mit ihren Kolleginnen das Deck-C endlich fertig hatten. Bei dem Sie schon Gestern damit begonnen hatten, die Betten zu Überziehen und die Räume durchzulüften. Holte sich die Agentin die Genehmigung von Captain Bartlett ein, den Frachtraum einer routinemäßigen Durchsuchung zu unterziehen. Sie hoffte etwas darin zu finden, dass Ihr bei den derzeitigen Ermittlungen behilflich sein könnte. Alfred war darüber, zwar nicht besonders begeisterte, aber musste einwilligen. Hätte er sich dagegen mit aller Kraft gesträubt, wäre das wahrscheinlich verdächtiger rüber gekommen, als gar nichts zu sagen.
>>Nach was genau suchen Sie eigentlich?<< ,fragte Alfred, als er sah, wie die Agentin jede Kiste öffnete. >>Genau weiß ich das auch nicht, vielleicht finde ich eine Waffe oder Sprengstoff, aber es könnte auch ein Messer oder ein Stück Papier sein, dass der Spion versteckt hat.<< ,antwortete Sie.
Bartlett trat kalter, nasser Schweiß auf die Stirn und war mehr als nur nervös. Er wusste nicht genau, wo die Waffen versteckt waren, aber wenn Stroud in diesem Tempo weiter suchte, könnte es bald so weit sein. Dachte er sich und wurde blass.
>>Sprengstoff oder Waffen? Will er damit das Schiff in die Luft jagen?<< ,fragte Charles nach.
>>Das sind nur reine Spekulationen, die ich hier überprüfe Mister Bartlett, aber meistens liege ich goldrichtig damit.<< ,meinte Stroud und sah dem Captain in das Gesicht: >>Geht es Ihnen nicht gut Captain? Sie wirken ein wenig bleich.<< ,erkundigte sich Jasmin.
>>Es ist nicht weiter schlimm. Ich glaube nur, mir ist das Essen nicht besonders bekommen. Ich werde später den nächsten Arzt aufsuchen.<< ,meinte Bartlett.
Die Agentin kam auf den Captain zu, der immer blasser wurde und dem Schweißperlen an den Wangen herunterliefen: >>Ich glaube, wir suchen am besten sofort einen Arzt auf, Ihre Gesichtsfarbe gefällt mir überhaupt nicht.<< ,umsorgte Sie ihn.
Charles hatte zwar gar nicht vor, dass dies so endet, aber immerhin konnte er die Agentin davon abhalten, den Frachtraum genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nachdem Alfred mit Paul Wagner das Arztzimmer wieder verlassen hatten, sagte er der Doktor freundlich: >>Das nächste Mal Captain, sollten sie nicht mehr so viele Muscheln in sich hinein stopfen. Wie sie selber jetzt gesehen haben, bekommt Ihnen das nicht besonders.<<
>>Danke Doktor! Ich werde das nächste Mal darauf achten.<< ,sagte Charles und hielt sich die Hand vor den Bauch.
>>Sie haben also zu viele Muscheln gegessen. Davon würde mir auch schlecht werden.<< ,lachte Jasmin amüsiert.
>>Das finde ich nicht lustig. Mir schmeckten Muscheln schon immer gut, besonders Miesmuscheln.<< ,meinte der Captain.
>>Allein das Wort Miesmuscheln würde mich schon veranlassen, nicht zuzugreifen. Vielleicht war Ihnen das eine Lehre.<< ,sagte Stroud und musste weiter kichern.
In der Nacht war Jasmin immer noch auf den Beinen, Sie war zwar ziemlich Müde, wollte aber dennoch, ein wenig frische Luft schnappen. Nebenbei hoffte Sie, Jacob Graham wiederholt bei den Rettungsbooten zu finden. Die Agentin, streifte am Oberdeck herum und schaute über den dunklen, flachen Ozean. Es war ein ziemlich kalter und frostiger Wind, der über das Deck hinweg zog. Der Halbmond hatte sich hinter einigen Wolken versteckt, während die Sterne, die Einzige Lichtquelle darstellten.
Plötzlich bemerkte die Agentin weiter vorne, eine dunkle Gestalt, der die Leiter am Funkraum herunter kletterte und schnell in der nächsten Tür verschwand. Jasmin war sich zwar nicht ganz sicher, hoffte jedoch, dass dies wieder Jacob war.
Dieses Mal wollte Sie genauer wissen, was Graham dort oben gemacht hatte und kletterte die Leiter nach oben. Nachdem Sie in das Rettungsboot geschlüpft war und sich mit einem Feuerzeug, dass sie immer mit sich trug, Licht gemacht hatte, entdeckte Sie einen Koffer, der mit einem Funktelegrafen, sowie Kopfhörern ausgestattet war. Ein langer Draht führte zu einem weiteren Draht, der wiederum am Telegrafenmast des Schiffes angebracht war.
Damit hätte Jacob, die ganze Zeit unentdeckt, Funkkontakt mit dem U-Boot aufnehmen und Nachrichten versenden können. Das Kabel, das zu dem Gerät führte, sah nicht besonders reißfest aus und war nur mit dem größeren Kabel verknotet. Es war nicht unbedingt die beste Konstruktion, aber Sie erfüllte zumindest Ihren Zweck, dachte sich die Agentin. Kurzer Hand nahm Jasmin Ihre Nagelschere aus der Tasche, um das Funkgerät unbrauchbar zu machen. Jedoch war die Schere viel zu stumpf und schaffte es nicht durch den Draht zu schneiden. Deshalb musste eine bessere Lösung her, die dem Problem gewachsen war, aber wie sollte diese Lösung aussehen?
Stroud nahm Ihre ganze Kraft zusammen, zog und zerrte an den Leitungen so lange, bis sie schließlich nachgaben und auseinanderrissen. Mit den Worten: >>Mist Verdammter!<< War ihr klar geworden, dass nun niemand mehr, auf diesem Schiff telegrafieren konnte. Sie hatte das eine Ende des dicken Drahtes in der Hand, während der andere Teil, in der Dunkelheit verschwand. Der Sturm, der vor einigen Tagen gehaust hatte, musste schon gute Vorarbeit geleistet haben, damit nun die Agentin dieses dicke Kabel durchreißen konnte. Schnell zog Sie den restlichen Draht in das Rettungsboot und klappte den Koffer sorgfältig wieder zu. Dann schlüpfte Sie eilig wieder heraus, als der Offizier Laws, der auch gerade frische Luft schnappen wollte, Sie bemerkte:
>>Ooohh Miss Stroud. Wollen Sie etwa flüchten? Ich sage ihnen gleich das ein kleines Rettungsboot, keine gute Wahl ist, auf hoher See.<< ,schmunzelte er. Jasmin erschrak fast zu Tode, als Sie den Offizier unten stehen sah, der Sie anschaute.
>>Iiich wwwwollte,…Ich..ich..ich..hhhhabe….<< ,mehr als dieses Gestotter brachte die Agentin nicht zustande. Es war das erste Mal in ihrer Karriere, dass Sie fast erwischt worden wäre.
>>Was treiben Sie eigentlich dort oben? Kommen Sie doch bitte, erst einmal hier herunter, bevor Sie noch jemand anderes sieht.<< ,antwortete Laws.
Jasmin kletterte nur ein Stück die Leiter herunter, bevor Sie von Williams starken Armen herab gehoben wurde: >>Ich danke Ihnen Mister Laws. Ich war eigentlich dort oben um die Sterne zu beobachten.<< ,log Sie tatkräftig.
>>Nennen Sie mich bitte William Madame.<< ,sagte der Offizier gutherzig.
>>Gut, dann bin ich Jasmin.<< ,erwiderte Sie.
>>Es freut mich deine Bekanntschaft zu machen, Jasmin. Beobachtest Du gerne die Sterne?<< ,fragte er nach.
>>Ja! so oft es möglich ist. Jede Nacht begleiten Sie uns und lassen uns fantasieren, was sich wohl hinter Ihnen verbirgt.<< ,antwortete Stroud.
Dann folge mir! Ich zeige Dir einen Ort, an dem man den Sternen noch etwas näher ist.<< ,erklärte er ihr.
Wenige Minuten später, standen die beiden fest umschlugen, auf dem Peildeck der Britannic, dass sich auf dem Oberdeck, in der Mitte des Schiffes befand und der Navigation diente. Gemeinsam blickten Sie in den dunklen Nachthimmel, der mit Millionen von Sternen gepflastert war. William lieh Ihr seine Offiziersjacke, damit es Jasmin schön warm und kuschelig hatte. Ein Kuss auf seine Wange von Ihrer Seite aus, beendete diesen aufregenden Tag, mit einfühlsamer Romantik.