Mittwoch 15. November 1916
An diesem schönen Vormittag des 15. Novembers, durchfuhr die Britannic, die Meeresenge von Gibraltar. In der Antike, wurden dort die Bergketten an den Küsten, der beiden Länder, Spanien und Marokko, als >>Säulen des Herakles<< , bezeichnet. Erfuhr die Agentin von Kapitän Bartlett. Gemeinsam machten sie einen Spaziergang über das Bootsdeck und genossen die Aussicht. Sie hatte heute, von Schwester Jessop frei bekommen. >>Und warum wurden Sie so genannt?<< ,wollte Jasmin wissen.
>>Weil die beiden Bergspitzen, die sich fast genau gegenüberliegen, meistens vom Nebel verdeckt werden. Dadurch wirken die Berge wie Säulen, die bis in den Himmel reichen.<< ,erklärte der Captain.
>>Das ist ja hochinteressant. Was wissen Sie denn noch darüber?<< ,fragte Jasmin.
>>Der Gott Herakles, oder wie ihn die meisten unter dem Namen Herkules kennen, war Heil und Orakelgott, Beschützer der Sportstätten und Paläste. Er wurde in den Olymp aufgenommen, als ihm göttliche Ehre zu Teil wurde, zwölf schwere Aufgaben musste er dafür lösen.<< ,erzählte Alfred. Obwohl es rasant auf den Winter zuging, wurde jedoch das Wetter immer schöner. Eine warme Brise wehte über die Decks und trug salzige Meeresluft mit sich. >>Ich kann mir gut vorstellen Captain, dass Sie die zwölf Aufgaben kennen, die Herkules lösen musste.<< ,erkundigte sich die Agentin. >>Nicht im Detail, aber soviel ich weiß, musste er mit einem starken Löwen kämpfen und einen großen Stier einfangen.<< ,erzählte Bartlett und wechselte nun das Thema: >>Gefällt es Ihnen an Bord?<< ,fragte er die junge Dame.
>>Ja! Sehr sogar. Die Britannic ist wirklich ein stolzes Schiff, die Aussicht von hier oben, zu den Küsten der Welt ist einfach atemberaubend.<< ,erwiderte Sie.
>>Ja das stimmt! Und das Wetter könnte nicht schöner sein.<< ,äußerte Bartlett gut gelaunt. >>Jetzt wo wir gerade so schön zusammen stehen, wollte ich mich nochmals bei Ihnen, wegen gestern Abend beim Dinner entschuldigen. Ich hätte mich, mit meiner Äußerung, zurückhalten müssen.<< ,meinte Jasmin geniert. >>Das ist wirklich nicht nötig Madame. Viele werden sich das gleiche gedacht haben, aber nur Sie verfügten über den Mut, es auch laut auszusprechen.<< ,antwortete Alfred und fuhr fort: >>Die Oberschwester, hatte gestern ebenfalls eine überaus lose Lippe. Ich wusste gar nicht das Sie so temperamentvoll sein kann?<< ,merkte der Captain an. >>Ohh doch! Ich habe Violet die letzten Tage ziemlich gut kennengelernt und habe schnell festgestellt, dass viel mehr in Ihr steckt, als es den Anschein hat.<< ,sagte Stroud.
>>Wie gehen eigentlich Ihre Ermittlungen voran?<< ,wechselte der Captain plötzlich das Thema.
>>Leider immer noch schleppend Captain. Mir stellen sich nach wie vor, einige schwerwiegende Fragen. Beispielsweise, wonach der Spion vielleicht sucht? Führt er eine Waffe mit sich und kann er damit überhaupt richtig umgehen? Hat er Informationen bei sich, oder holt er Sie erst ab? Und eine der wichtigsten Fragen, die ich mir schon oft gestellt habe ist? Steht er in Kontakt mit anderen Spionen oder Komplizen?<<
>>Glauben Sie tatsächlich, dass es an Bord noch mehr Spione gibt?<< ,fragte Bartlett.
>>Das ist gut möglich. Die Britannic ist recht groß und ein Spion schafft das hier, bestimmt nicht allein. Er muss also noch mindestens, einen Komplizen haben.<< ,entgegnete die Agentin. >>Haben Sie schon Verdächtige?<< ,erkundigte er sich. >>Ja! Einige an Bord habe ich schon in Verdacht.<< ,antwortete Jasmin.
>>Dürfte ich vielleicht die Namen der Personen wissen? Es geht hier schließlich auch, um das Wohl der Besatzung.<< ,bittet der Captain gutmütig.
>>Nein! Leider noch nicht. Der Verdacht muss sich erst noch erhärten, um konkret jemanden zu nennen. Darüber hinaus werde ich wahrscheinlich doch den Frachtraum ein wenig besser in Augenschein nehmen müssen. Am besten wäre einmal vor Neapel und einmal, nachdem wir den Hafen wieder verlassen haben, damit mir nichts entgeht.<< ,erklärte Stroud. Bartlett nickt zustimmend, als eine kleine britische Flugzeugstaffel von fünf Propellermaschinen mit sehr leih wendiger Konstruktion, über das Schiff hinweg flog.
>>Wann glauben Sie, ist dieser schreckliche Weltkrieg vorbei << ,wechselte nun Jasmin den Themenbereich. Bartlett war erleichtert das endlich, dieses unangenehme Gespräch ein Ende fand, er hätte lieber erst gar nicht davon anfangen sollen, denn das hatte wiederum leichte Bauchscherzen bei ihm ausgelöst. Dennoch musste er dringend mit dem Admiral telefonieren, sobald das Schiff in Neapel eingelaufen war. Nicht nur der Spion, entwickelte sich langsam zu einem Problem, sondern auch die britische Agentin. >>Viele sagen der Krieg wird bis Weihnachten vorbei sein, aber nach meiner Einschätzung nach, wird er sich bis Mitte nächsten Jahres noch hinziehen.<< ,antwortete Alfred.
>>Sie denken wirklich er ist erst 1917 vorbei? Dann sterben ja weitere, unzählige Menschen in diesem sinnlosen Krieg.<< ,meinte Jasmin verschreckt.
>>Das hat ein Krieg nun mal so an sich, das viele Menschen sinnlos geopfert werden, um vielleicht doch noch einen Sieg zu erringen. Aber genau dafür, sind wir und die Britannic im Einsatz, um den Leuten in dieser Schlimmen Phase zu helfen.<< ,antwortete er.
>>Da haben Sie recht! Wir sollten das beste hoffen und auf das schlimmste gefasst sein.<< ,ergänzte die Agentin den Satz.
Als die beiden am Heck des Schiffes angelangt waren, spielten einige der Schwesternkollegen dort Shuffleboard, sie genossen ebenfalls ihre frei Zeit auf der Britannic. Der Platz dafür war bei dem Umbau des Schiffes vergessen, oder absichtlich nicht abgebaut worden. Das spielte jedoch, für niemanden eine Rolle, den die Leute hatten eine Menge Spaß dabei. Mit einem Holzschieber wurden die runden Scheiben, weit über das Deck geschupst. Dabei kam es schon mal vor, dass die kleine rote Scheibe im Meer verschwand. >>Wollen Sie eine Partie, mit mir wagen?<< ,fragte Bartlett die junge Agentin. Stroud schüttelte abneigend den Kopf: >>Nein danke! Ich bin grottenschlecht in diesem Spiel. Ich würden wahrscheinlich alle Scheiben im Meer versenken.<<
Der Captain lachte über diesen Scherz laut auf: >>Glauben Sie mir, niemand hier an Bord, beherrscht dieses Spiel einwandfrei, Sie brauchen sich nicht zu genieren.<< Trotzdem blieb Jasmin bei ihrer Entscheidung und winkte ab. Alfred versuchte Sie dennoch, zu anderen Aktivitäten anzuregen: >>Wenn Ihnen Shuffleboard nicht zusagt, gibt es hier an Bord, noch andere Freizeitbeschäftigung zum Zeitvertreib.<< >>Welche denn?<< ,fragte Stroud verwundert nach. Auf dem obersten Bootsdeck in der Mitte des Schiffes, dort wo normalerweise sich die Turnhalle befindet, haben einige Krankenschwestern zusammen, eine kleine Bibliothek eingerichtet. Bei jeder Fahrt, werden es mehr Bücher und ich hoffe, wir werden noch viele Fahrten durchführen. Jasmin schaute Bartlett erstaunt an, während er noch mehr aufzählte: >>Ganz tief unten im Bauch der Britannic, befindet sich auch noch ein Squashplatz und ein Schwimmbad.<<
Die Agentin runzelte die Stirn: >>Sie nehmen mich doch auf den Arm oder<< Doch Bartlett schüttelte den Kopf: >>Nein Miss Stroud, dass ist kein Witz. Diese Räumlichkeiten gibt es hier wirklich, allerdings sind Sie leider nicht zu benutzen. Das Schwimmbad ist leer und wurde noch nicht einmal richtig fertiggestellt, der Squashplatz hingegen, war schon mal geöffnet, wurde aber dann auch geschlossen, weil er noch immer Sicherheitsmängel aufweist. Aber die Bibliothek ist immer geöffnet.<<
>>Aber warum kümmert sich keiner um diese Räume?<< ,wollte Jasmin unbedingt wissen. Bartlett versuchte es ihr, zu erklären: >>Wäre die Britannic wirklich ein Passagierschiff geworden, hätte man sich um diese Anlagen gekümmert und auch das richtige Personal dafür eingestellt, aber dem ist leider nicht so. Das Schiff wurde in aller Eile, in ein Hospitalschiff umgewandelt, die Räume waren somit unnötig geworden und niemand brauchte sich darum kümmern. Zurzeit gehört die Britannic der Royal Navy und ist kein Ausflugsdampfer mehr wie früher. Sollte sich aber daran etwas ändern, sind die Räumlichkeiten schon vorhanden und müssen nur wieder in neuen Glanz aufpoliert werden.<<
Die Agentin verstand, worauf der Captain hinaus wollte, jedoch verstand Sie nicht, warum man den Patienten, nicht ein wenig Luxus zurück gelassen hatte, um ihre Genesung, damit vielleicht etwas zu beschleunigen.
Zur Mittagszeit, aßen alle Ärzte und Schwestern gemeinsam wieder im Saal, wie alle Tage zuvor, setzte sich die Oberschwester neben Jasmin auf den Platz: >>Wohin sind Sie gestern Nacht so schnell verschwunden? Ich dachte, Sie wollten sich nur kurz frisch machen?<< ,fragte Jessop.
Mit gedämpfter Stimme, sprach Jasmin über das erlebte: >>Ich bin gestern Nacht, Graham gefolgt, als er sich von dem Dinner verabschiedet hatte und wollte Wissen, wo er hingeht.<< ,äußerte Stroud. Viele ihrer Nachbarn am Tisch, waren selbst in hitzige Diskussionen verwickelt, Sie bemerkten die beiden Schwestern und Ihre Unterhaltung nicht. Violet sprach trotzdem leise:>>Jacob wollte doch schlafen gehen oder? Was hast du gesehen?<<
>>Jacob, ging nicht sofort zu seiner Kabine, sondern war draußen auf dem Bootsdeck unterwegs und hat etwas, in einem der Rettungsboote gemacht. Ich habe Ihn sozusagen, auf frischer Tat ertappt.<< ,erzählte die Agentin weiter. >>Willst du damit sagen, dass er der Spi…<<
Jasmin hielt der Oberschwester augenblicklich mit den Händen den Mund zu, bevor Sie noch mehr Wörter von sich gab: >>Seien Sie bitte still! Oder wollen Sie das meine Tarnung auffliegt?<<
Jessop, schüttelte den Kopf und Stroud, nahm ihre Hände wieder weg: >>Ich habe nur den Verdacht, dass er es ist, aber Graham, ist weder ein Deutscher, noch habe ich genügend Beweise dafür. Er zurzeit mein Hauptverdächtiger.<< ,erklärte Sie Ihr.
>>Was war eigentlich in dem Rettungsboot, in dem Jacob drin war? Will er Sie alle sabotieren?<< ,fragte sich Violet.
>>Ich war nicht oben und hatte noch keine Zeit dafür. Mir wäre es nämlich lieber, wenn ich Graham, nochmals dort erwischen würde, damit wir sicher sein können. Denn im Moment, darf ich an dem Boot nichts verändern, er würde es wahrscheinlich merken. Meine jetzige Aufgabe wird sein, an den Secret Service, in London zu telegrafieren, vielleicht können die mir Genaueres mitteilen und mir mehr Infos, über einige Crewmitglieder sagen.<< ,erklärte Jasmin. >>Aber wie wollen Sie den in den Funkraum gelangen? Er ist Tag und Nacht besetzt?<<
>>Das lassen Sie mal meine Sorge sein.<< ,sagte die Agentin und erhob sich vom Tisch.
Stroud suchte augenblicklich den Offizier William Laws auf, Sie wusste, dass er Ihr nicht abgeneigt war und konnte ihn bestimmt mit der richtigen Masche um den Finger wickeln.
>>Mister Laws! Hätten Sie einen Moment für mich?<< ,sagte Jasmin, als Sie ihn sah.
>>Für eine so hübsche und bezaubernden Dame, nehme ich mir immer gerne Zeit. Um was geht es denn?<< ,fragte er nach.
>>Ich müsste dringend in den Funkraum und den SIS kontaktieren, aber der Funkraum ist immer besetzt. Ich wünsche mir nur ein wenig mehr Diskretion für einige Minuten, um meine Nachricht abzuschicken.<< ,erklärte Sie ihm spitzbübisch.
>>Ich verstehe Ma`am! Ich soll unsere Funker etwas ablenken, damit Sie dort rein können. Wie lange würden Sie den brauchen?<< ,fragte der Offizier und war sofort im Bilde.
>>Mindestens zwanzig Minuten, vielleicht auch länger.<< ,erwiderte Sie.
>>Das ist unmöglich! Ich kann Ihnen höchstens eine viertel Stunde geben, mehr aber auch nicht, sonst würde es verdächtig wirken.<< ,antwortete Laws.
>>Also schön! Ich nehme die viertel Stunde, dann werde ich versuchen, schneller zu Arbeiten.<< ,fügte die Agentin hinzu.
William führte die beiden Funker, wegen einer dummen Lappalie, aus dem Raum heraus und beschäftigte Sie. Während Jasmin, schnell in den Funkraum schlüpfte, sowie die Tür hinter sich verschloss.
Mit einem englischen Geheimcode, für Agenten gedacht und flinken Fingern tippte Sie die Nachricht ein:
>>An den MI6 in London Stopp! Von Agentin Jasmin Stroud, auf der Britannic Stopp! Meine Ermittlungen gehen gut voran Stopp! Habe bereits einige Verdächtige Stopp! Mein konkreter Verdacht, liegt bei Jacob Graham Stopp! Erbitte um Informationen über ihn und der gesamten Mannschaft Stopp! Werde weiter machen wie bisher Stopp! Ich melde mich wieder, mit weiteren Neuigkeiten Stopp!<<
Die restliche Zeit nutzte Jasmin, um ein wenig im Funkraum herumzuschnüffeln, Sie durchsuchte die Schubladen und Schränke genau. Leider fand Sie nichts Besonderes außer, alten Funksprüche und Schriftstücken, die total Wertlos waren. Auf ein schnelles Rücktelegramm, konnte Sie die nächste Zeit nicht hoffen, weil nun das Umfeld des Verdächtigen, erst einmal überprüft wurde. Aber sobald das Schiff in Neapel eingelaufen ist, wird Stroud eine Nachricht nach London schicken und sich die Informationen holen, die sie brauchte.
Danach schlich Jasmin wieder unbemerkt aus dem Raum heraus, runter zu ihren Kolleginnen und machte Halt an der Bibliothek, um sich ein Buch vorübergehend auszuleihen.
Ein deutscher Offizier des U-Bootes, hörte die Nachricht von Stroud mit und hielt alles auf Papier fest. Sogleich brachte er es zum Kommandanten: >>Herr Kapitän! Ich habe eine Botschaft von der Britannic abgefangen, leider ergibt Sie keinen Sinn, es passt nichts zusammen!<<
Der befehlshabende Offizier, entriss dem Kollegen das Schriftstück und schaute genauso verwirrt, wie gerade noch sein Kollege: >>Diese Nachricht wurde verschlüsselt, aber nicht von einem deutschen. Es muss sich also noch jemand anders auf dem Schiff aufhalten, der eigene Verschlüsselungscodes besitzt. Im Moment ist diese Nachricht für uns wertlos, aber sollte sich unser Spion erneut melden, muss er davon erfahren.<< ,erwiderte der Kapitän. Der Funker salutierte und bestätigte den Befehl mit einem: >>Jawohl Sir!<<
Am Nachmittag dieses schönen Tages, wurde der Probealarm auf der Britannic ausgelöst. Jeder sollte sich oben an Deck melden, ruhe bewahren und in eines der Rettungsboote steigen, dass von Matrosen, als auch Offizieren, vorbereitet wurde. Der Alarm klang laut und schrill, er löste bei vielen sofort leichte Nervosität aus. Auch die Schotten wurden vorübergehend geschlossen, um simulierte Wassereinbrüche augenblicklich einzudämmen. Alle Heizer, Trimmer und Maschinisten, die Glück hatten, den zugleitenden Schotten zu entgehen, mussten sich ebenfalls an Deck melden. Die anderen, die es nicht zu den Booten geschafft hatten, konnten es bei der nächsten Übung, noch einmal versuchen. Mit schwarzen Ruß Fingern, Klamotten und Gesichtern, setzten Sie sich neben Stroud ins Boot und beschmutzten Ihre Krankenschwester Uniform.
Mehrmals wurde der Probealarm geübt, um die Zeit zu verkürzen in die Boote zu steigen und an der Bordwand herab zu lassen. Der Captain stand mit seiner vergoldeten Taschenuhr, an der Reling und überprüfte die Zeit genau: >>Nun Gut, wir machen eine kurze Pause! Das beste und schnellste Ergebnis, dass wir abliefern konnten, waren, etwas mehr als achtundzwanzig Minuten. Das leider schlechteste, achtundvierzig Minuten. Wir werden jetzt noch einmal, einen Probealarm versuchen, dann machen wir Schluss für heute. Nehmen Sie bitte, wieder Ihre Arbeitsplätze ein und wenn der Alarm zu hören ist, möchte ich, dass Sie in geordneten reihen und mit so wenig Chaos wie möglich, hier zu mir herauf kommen und in die Boote steigen. Also noch mal von vorne bitte!<< ,erklärte Bartlett leicht verärgert. Es stand in seiner Verantwortung, ob eine Havarie, gut oder schlecht ausging.
Nachdem sich alle wieder im Schiff verteilt hatten, erklang der schrille Alarmton zum fünften Mal, sofort rannten die Ersten, wie von einer Tarantel gestochen los. Geordnet und ohne Chaos sah das zwar nicht unbedingt aus, aber zumindest ging alles sehr ruhig vonstatten, keiner kam auf die Idee, wie ein wild gewordener Affe herumzubrüllen und in Panik zu verfallen.
Bei zweiunddreißig Minuten und fünfzig Sekunden war der Letzte, der es geschafft hatte, an Deck angekommen und stieg in eines der kleinen Boote. Alfred war recht zufrieden mit dieser Bewertung.
Anschließend verstreuten sich die Besatzungsmitglieder erneut an Bord und nahmen, Ihre normale Arbeit wieder auf.
Graham schlich sich, während des Probealarms fort und hatte andere Pläne, die er ausführen musste. Durch die vielen Leute an Deck, bemerkte niemand, dass einer der Offiziere fehlte. In einem winzigen Moment, in dem sich Jacob unbeobachtet fühlte, warf er am Bug einige schwere und lange Seile über Bord. In der Hoffnung, dass Sie sich in den Schiffsschrauben verfangen würden, um die Britannic zu verlangsamen. Die U-37 kam dem großen Dampfer, kaum hinterher und waren schon länger, aus dem Schussfeld entkommen, aber durch dieses Vorhaben, könnte sich das schnell wieder ändern.
Kurz vor der Abendmahlzeit gegen siebzehn Uhr dreißig, gab es plötzlich einen leichten Ruck, der durch das ganze Schiff fuhr. Er war kaum bemerkt worden und viele hatten ihn auch gar nicht registriert. Aber weil Jasmin das erste Mal auf einem Schiff war, reagierte Sie sehr sensibel, auf kleinste Veränderungen: >>Haben Sie das gespürt?<< ,fragte Stroud Ihre Kolleginnen. Viele der Schwestern schauten Sie an, als wäre Sie von einem anderen Planeten, aber Mattison hatte es auch gemerkt: >>Ich schon! Was war das?<< ,fragte Sie mit piepsiger stimme. >>Ich werde mich erkundigen.<< ,äußerte die Agentin und verließ das Achterdeck des Schiffes. Nach dem Probealarm, hatten sich einige Krankenschwestern dort versammelt, um weitere Runden Shuffleboard zu spielen, diesmal schloss sich Jasmin mit Violet an.
Auf der Brücke, spürte man den Ruck ebenfalls und kurze Zeit später, meldete sich der Chef Ingenieur über das Sprachrohr: >>Maschinenraum an Brücke! Maschinenraum an Brücke! Hört mich jemand?<< ,rief er durch das Rohr, dass die Brücke mit einigen wichtigen Räumen verband. >>Was gibt es Mr. Fleming?<< ,fragte der Captain.
>>Die mittlere Schraube hat sich festgefressen Sir. Wir mussten die Maschinen abschalten, damit Sie nicht heiß laufen. Bestimmt ist wieder etwas in die Schraube geraten und hat sich umwickelt. Wir müssen vorerst anhalten.<< ,erklärte der Ingenieur. >>Nein! Wir werden auf keinen Fall jetzt anhalten, dass Gewässer ist hier viel zu gefährlich! Wir sollten es in Neapel reparieren lassen.<< ,meinte Bartlett durch das Mundstück. >>In Ordnung Captain. Wir werden trotzdem noch einige Versuche unternehmen, vielleicht löst es sich von allein. Sie wissen Captain, dass wir dadurch, deutlich an Geschwindigkeit verlieren werden, auch wenn die beiden Außenschrauben weiter laufen.<< ,verkündete Thomas. >>Von wie vielen Knoten sprechen wir hier.<< ,schaltete sich jetzt auch Hume mit ein, der etwas später dazu kam. >>Sieben bis acht Knoten verlieren wir höchstwahrscheinlich. Wir werden aber die anderen beiden Schrauben auf Volllast laufen lassen, um so wenig Zeit wie möglich zu vergeuden.<< ,versicherte der Chef Maschinist.
>>Gut! Halten Sie mich bitte auf dem Laufenden!<< ,sagte Bartlett angesäuert.
Einen Moment später, kam die Agentin, auf der Brücke an: >>Ich habe einen leichte Erschütterung gespürt. Ist etwas passiert?<< ,wollte Sie wissen.
>>Kein Grund zur Panik Miss Stroud. Wir haben alles unter Kontrolle! Es ist nur etwas in die Schraube gelangt. Das uns etwas später, in Neapel einlaufen lässt, nichts Besonderes.<< ,sagte der Captain beruhigend. >>Kommt so etwas öfter vor?<< ,fragte Jasmin angespannt.
>>Es kommt eigentlich sehr häufig vor, auf hoher See, Ma’am. Ein Schiff verliert gerne mal Seile oder Segeltuch. Wie bereits gesagt, es gibt keinen Grund zur Panik.<< ,erklärte Alfred.
Jasmin war dennoch, nicht ganz wohl bei der Sache. – Entweder war es wirklich nur ein zufälliger Unfall, oder der Spion hatte wieder einmal seine Finger im Spiel. Aber wozu sollte er das Schiff, verlangsamen wollen? Oder ist der Plan schiefgegangen und er wollte die Britannic eigentlich zum Halten bringen? – dachte Stroud, als Sie von der Brücke geschmissen wurde.
In der Nacht des gleichen Tages, als Jacob Graham Kontakt mit der U-37 aufnahm, wurde er über die schlechte Nachricht umgehend informiert:
>>Es ist ein weiterer Spion auf der Britannic Stopp! Arbeitet nicht für Deutschland Stopp! Er hat Dich wahrscheinlich im Visier Stopp! Tarnung beibehalten und diskret vorgehen Stopp!<<
Als er das hörte, wurde er äußerst wütend und hätte am liebsten sofort, den Angriff auf das Hospitalschiff angeordnet. Aber jetzt wo er schon fast entlarvt war, musste er sehr vorsichtig und zurückhaltend vorgehen. Er antwortete zurück:
>>Habe verstanden Stopp! Der Plan wird trotzdem vorgesetzt Stopp! Habe das Schiff verlangsamt Stopp! Morgen früh um 8:10 Uhr ist es soweit Stopp!<<