2 Tage vor der Abfahrt

Freitag 10. November 1916

Admiral John Jellicoe, der Erste Seelord der britischen Marine, saß gemütlich in seinem Büro des Marine Ministeriums der Royal Navy, hinter seinem großen kostbaren Schreibtisch und ging die Berichte des Kriegs-Geschehens durch, als es an seiner Tür klopfte: >>Herein!<< ,sagte er mit fester Stimme. Ein dicklicher Mann, Ende fünfzig, mit rundem Gesicht und Unrasiertem drei Tage Bart, betrat das Büro: >>Guten Morgen Admiral! Sie wollten mich sprechen?<<
Der Admiral sah von den Berichten auf: >>Guten Morgen Mister Bartlett! Ja das wollte ich, setzten Sie sich bitte.<< ,erwiderte Jellicoe.

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Tag 1 Die Abfahrt

Sonntag 12. November 1916

Bis zu diesem Tag hatte die Britannic, bereits fünf Fahrten als Hospitalschiff hinter sich gebracht und bis jetzt, war ihr auch noch nichts zugestoßen. Viele andere zivile Schiffe, hatten bei Weitem weniger Glück gehabt. Sie waren auf Mienen aufgelaufen, wurden in Brand gesteckt, oder waren durch U-Boote, torpediert und versenkt worden.

Es war ein kalter und klarer Abend in Southampton, der Mond stand als große Sichel am Himmel und leichter Bodennebel, durchzog die nassen Gassen. Vor einer Stunde hatte es endlich aufgehört zu regnen, – wie üblich zu dieser Jahreszeit – dachte sich Jasmin, als sie das Hafenbecken mit einer Hansom Cab (Taxi) erreichte. Pfützen hatten sich in den Mulden des Kopfsteinpflasters gebildet und das Pfeifen und Tuten der fahrenden Schiffe, war leise zu hören. Am Kai der Britannic angekommen, herrschte geschäftliches Treiben, Züge mit Dutzenden Waggons voll Kohle, warteten auf die Zuladung des Schiffes, Fuhrwerke mit Nahrung, Fracht und Medizin wurden von den Seeleuten und Lastkräne entladen. Das Bordpersonal, zudem sich jetzt auch Jasmin Stroud zählte, stiegen über kleine Gangways durch schwere Stahltüren, in den seitlichen Rumpf ein. Die dampfenden Schlepper, brachten sich in Position, um die enorme Britannic,  aus dem Hafen zu ziehen. An einer der Gangways angekommen, wurde Stroud, von einem uniformierten Offizier mit einem Klemmbrett, aufgehalten: >>Halt! Dürfte ich Ihren Namen wissen?<< ,fragte er lustlos.

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Tag 2

Montag 13. November 1916

Am nächsten Morgen, als Jasmin aufstand und aus dem Fenster schaute, war der Himmel mit grauen Wolken bedeckt und es tröpfelte leicht. Auch das Meer war viel aufgewühlter, als bei der Abfahrt. Ein starker Wind wehte und ließ die Wellen, schon bei der Entstehung brechen. Sie kultivierte sich im Bad und schlüpfte gerade in Ihre Schwesterngarderobe, als es plötzlich an der Tür klopfte. >>Einen Moment bitte!<< ,rief Stroud aus und versuchte sich zu beeilen.
Als Sie die Tür öffnete, stand der schneidige und immer gut aussehende Offizier William Laws davor, mit einem kleinen Papierstapel in der Hand. Sie wusste sofort, dass dies die Mannschafts- und Frachtlisten waren, um die Sie gebeten hatte.
>>Guten Morgen Mister Laws. Ich hoffe, ich habe Ihnen keine Umstände bereitet?<< ,fragte Sie nach. >>Keines Wegs Ma’am und wünsche Ihnen ebenfalls einen guten Morgen. Ich war sowieso gerade auf dem Weg zur Brücke und wollte Sie nur schnell vorbei bringen.<< ,antwortete er.

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