Der Verlust der Britannic wurde offiziell von den Behörden am 23. November 1916 bekannt gegeben. Ihr Untergang war ein zweiter herber Schlag, für die White Star Line gewesen. Mit dem größten Luxusdampfer der Reederei und der damaligen Welt, war nicht ein einziger Passagier gereist, auch die Finanzen waren im Keller. Natürlich war die Öffentlichkeit, wie auch die britische Presse, darüber sehr empört und fragte nach dem Grund des Untergangs. War es nun ein Torpedo oder eine Mine gewesen, die das mächtige Schiff versenkt hatte? Eine Gerichtsverhandlung, über die Katastrophe, sollte Aufschluss bringen. Leider war die Verhandlung einzig ein großes Schauspiel und nur dafür gedacht, die Versicherungstechnischen Fragen zu klären, aber nicht wie das Schiff gesunken ist. Die Royal Navy hüllte sich, genau wie viele Admiräle, sowie Captain Bartlett selbst, in schweigen. Immer wieder wurde von Ihnen darauf aufmerksam gemacht, dass die Britannic nur ein Hospitalschiff gewesen sei und keine Waffen oder Munition je transportieren durfte. Denn das würde ja die Genfer Konventionen schwer verletzten. Jasmin versuchte mit Violet, im Gericht ihr bestes, doch ohne richtige Beweise, die alle im Kanal von Kea lagen, war es hoffnungslos, auch die vielen Matrosen, Krankenschwestern oder Ärzte nicht helfen. Sie war darüber nicht gerade glücklich, deshalb bemühte sich Stroud in späteren Jahren mehrmals, den Fall wieder aufzurollen, jedoch wurde er permanent abgeblockt. Ihr größter und gefährlichster Auftrag, schien von allen Todgeschwiegen oder vertuscht zu werden, eine totale Misere für sie. Nach der Verhandlung war noch immer nicht klar, wie die Britannic sinken konnte. Also entschied das Gericht, dass es wohl eine Wassermine gewesen sein musste. Somit konnte ohne Beweise, niemand für den Untergang beschuldigt werden und damit wurde die >>Akte Britannic<< geschlossen.
Captain Alfred Bartlett: Nach der Rückkehr von London nach Belfast wurde er Reedereiinspektor im Dienste der White Star Line. Er bekam einen Orden für große Verdienste im Krieg und wurde später im Beratungskomitee der Royal Navy aufgenommen. 1921 setzte er sich dann mit seiner Frau, als auch einer Menge Geld zur Ruhe. Am 15. Februar 1945 an Nierenversagen gestorben und nahm das Geheimnis, um den Untergang der Britannic mit in sein Grab.
Oberschwester Violet Jessop: Infolge ihrer Verletzungen beim Untergang war sie mehrere Wochen in London im Krankenhaus. Danach war Sie bei einer Bank, ebenfalls in London tätig. 1920 wurde Jessop wieder Stewardess für die White Star Line, an Bord der Olympic und später auf der Majestic. Einige Jahre danach war Violet noch für die Red Star Line, sowie für die Royal Mail Line, gleichermaßen als Stewardess unterwegs, fünf Weltumfahrungen brachte Sie insgesamt zusammen. Sie blieb bis zu ihrem Tod 1971 mit Jasmin befreundet.
Agentin Jasmin Stroud: Sie überlebte den ersten Weltkrieg, war lange Zeit noch für den MI6 tätig. 1925 kündigte Sie Ihren Job und suchte neue Herausforderungen, kurz darauf fing Jasmin bei Scotland Yard an. War kurz verheiratet, aber die Ehe blieb Kinderlos. 1942 Rentenaustritt mit allen Ehren von Scotland Yard. Bis zu ihrem Tod 1973 versuchte Sie das Rätsel um die Britannic zu lösen. Violet und Jasmin schrieben sich gelegentlich Briefe oder trafen sich immer wieder zwischendrin zusammen.
Diese Geschichte ist zum Teil erfunden, als auch zum Teil wirklich passiert. Die Jasmin Stroud Figur, habe ich mir nur ausgedacht, um einen Hauptcharakter zu haben. Alle anderen Personen an hat es wirklich gegeben. Ich musste viel dafür im Internet und Büchern recherchieren, jedoch hat mich die Geschichte über Violet Jessop am meisten berührt. Man kann so viele Zufälle gar nicht glauben, aber diese Stewardess hat wirklich auf allen drei Schiff der White Star Line gedient und jede Katastrophe miterlebt, wie auch überlebt. Der Schutzengel von Violet musste in dieser Zeit, eine Menge Arbeit gehabt haben. Sie war an Bord der Olympic, als das Schiff 1911 mit dem Kreuzer Hawk zusammen stieß. Ein Jahr später 1912 war Jessop an Bord, als die Titanic mit dem Eisberg kollidierte. 1916 sank die Britannic im Kanal von Kea und wieder war die gute Violet, als Krankenschwester zugegen. Reiner Zufall oder Schicksal? War Sie ein wandelndes Omen für die Reederei? Wir werden es nie erfahren.
Heute liegt die Britannic nach wie vor, bestens konserviert im Kanal von Kea. Nach nur sechs Fahrten als Hospitalschiff sank Sie am 21. November 1916 in den griechischen Ägäis. Trotz neuester Erkenntnissen aus jüngeren Tauchexpeditionen, nach denen ein Torpedo als Unfallursache eigentlich ausscheidet, hält die Kontroverse bis Heute an. Die Meisten glauben, dass die Britannic auf eine Seemine aufgelaufen ist, andere wiederum glauben, es hätte Waffen an Bord des Schiffes gegeben . Ich habe alle drei Theorien in einer zusammen gefasst und versucht in einer guten Geschichte zu verpacken. Ich hoffe, Sie hat euch gefallen, wenn Ihr mehr über die HMHS Britannic oder ihrer beiden Schwesternschiffe erfahren möchtet, durchforstet einfach mal das Internet. Es gibt viele, tolle Bücher darüber.
Noch eine kurze Anmerkung zur Oympic: Nach dem Kriegsdienst 1919, wurde Sie wieder zum Passagierschiff umgerüstet. Ihre alte Kohlekessel wurden entfernt und durch Ölfeuerung ersetzt. Im Mai 1924 kollidierte Sie mit einem anderen Liner der St. Gerorge. Im Februar 1926 wurde die Olympic im Nordatlantik von einer Monsterwelle getroffen, die zahlreiche Schäden, unter anderem vier zerstörte Brückenfenster verursachte. Später hatte Sie 1934 ihren einzigen Unfall mit Todesfolge, als sie im dichten Nebel das Nantucket-Feuerschiff rammte. Ihre offizielle letzte Reise endete am 12. April 1935, von New York kommend, in Richtung Southampton. Bis dahin hatte sie Zweihundertsiebenundfünfzig mal den Atlantik überquert, dabei 430.000 Passagiere transportiert und 1,8 Millionen Seemeilen zurückgelegt. 1935 dann wurde ihre Innenausstattung ausgebaut und das Schiff abgewrackt.
Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen, Sie ist nicht ganz so lange wie ein Buch, aber vielleicht konntet ihr etwas abschalten. Wie ich gehört habe, soll es bald wieder eine Titanic II geben. Ein australischer Milliardär hat das Mamut-Projekt finanziert und lässt das Schiff 1:1 in China, in der größten Werft der Welt fertigen. 2022 soll Sie ihre alte Atlantikroute von Southampton-New York wieder aufnehmen. Womöglich ist unsere Generation die nächste, die wieder eine Titanic bekommt.
Ende.